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Ewald Platte

Biografien
Ewald Platte

*  1894 Untergarschagen
† 1985 Opladen


1894 in Untergarschagen geboren, wird Ewald Plattes künstlerische Begabung schon früh durch den Vater gefördert. Ab 1909 bis 1913 besucht er die Kunstgewerbeschule in Wuppertal-Barmen. Der Umgang mit Materialien und Techniken steht im Vordergrund seiner Ausbildung durch seinen Lehrer Ludwig Fahrenkrog. Von Gustav Wiethüchter stammt die Anregung zu freiem, expressionistischen Arbeiten. 1913 wird ihm durch Dr. Richart Reiche, Kustos des Barmer Kunstvereins und Förderer der zeitgenössischen Moderne, der ihm auch auf dem weiteren Weg beisteht, eine erste Ausstellung im Barmer Kunstverein ermöglicht. Der Erste Weltkrieg verhindert dann Pläne, nach München oder Paris zu gehen. Erst in den zwanziger Jahren folgen Reisen und 1922 die Heirat mit Elisabeth Berg. 1920 tritt Platte neben Walter Gerber, Kurt Nantke und Paul Wellershaus der Vereinigung progressiver Künstler "Die Wupper" bei. Es folgt die Beteiligung an vielen Ausstellungen, u.a. bei der Künstlervereinigung "Das Junge Rheinland" in Düsseldorf (ab 1929 der Rheinischen Sezession), von 1928-1932 an den Ausstellungen des Wupperkreises. 1922 stellt Platte in Düsseldorf, Köln und Wiesbaden aus und macht dort Bekanntschaft mit Emil Nolde und Alexej Jawlensky, mit dem er sich befreundet und mehrfach Bilder tauscht. Auch mit der Kunstagentin Galka Scheyer verbindet ihn seit 1921 Freundschaft. Er widmet ihr ein Aquarell "Paar im Mondlicht" (heute Norton Simon Museum, Pasadena). Die Förderin von Jawlensky und Klee schickt Werke von Platte 1927 auf die Wanderausstellung "European Mordernists" in die USA, wo sie gemeinsam mit Arbeiten von Jawlensky, Feininger, Kirchner, Klee, Nolde, Picasso und Matisse zu sehen sind. Seine Gemälde erfahren nun internationale Anerkennung. Das Vorstandsmitglied der Rheinischen Sezession und das Wuppertaler Städtische Museum kaufen 18 Bilder von Platte. Doch 1937/38 wird auch sein Werk von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" in mehreren Museen beschlagnahmt. Nur wenige Kunstfreunde halten danach zu dem nun verfemten Maler. In Gemälden der 40er Jahre für Ausschreibungen der Industrie- und Handelskammer versucht er expressionistische Ausdrucksform mit Darstellungen industrieller Arbeit zu verbinden. Sein eigentliches Werk versteckt Platte im Keller seines Hauses. Während eines Bombenangriffes 1943 in Barmen werden Plattes Wohnung und das Gesamtwerk vernichtet. In Süppelbach bei Wermelskirchen und später Opladen entwickelt der Maler neue Techniken (Wachs-Mischtechnik und Brandcollage). Er findet so zu stärkster Ausdruckskraft und wird zu einem der bekanntesten Maler der Region. Am 27. Dezember 1985 verstirbt Ewald Platte in Opladen.
Plattes Werk kommt posthum wachsende Aufmerksamkeit zu. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal besitzt heute wieder über 60 seiner Werke. Mehrere Ausstellungen suchen sein Oeuvre allgemein bekannt zu machen. Ein Werkverzeichnis ist in Vorbereitung. Die Galerie Nicole Netuschil in Wermelskirchen kümmert sich um den umfangreichen Nachlass.