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Francesco Trevisani

Biografien
Francesco Trevisani

*  1656 Capodistria (Slowenien)
† 1746 Rom


Francesco Trevisani, ein bedeutender Vertreter des italienischen Spätbarock, kommt im Jahr 1656 in der Hafenstadt Capodistria im heutigen Slowenien (Koper) zur Welt. Sein Vater Antonio Trevisani ist als Architekt tätig, so dass Francesco Trevisani schon früh mit dem Künstlerberuf in Berührung kommt und sicher auch den Umgang mit dem Zeichenstift bereits beim Vater erlernt.
In früher Jugend wird Francesco Trevisani, wahrscheinlich gerade einmal 12-jährig, zur Malerausbildung nach Venedig geschickt. Antonio Zanchi und Joseph Heinz d. J. gelten dort als seine Lehrmeister. Als junger Mann reist Francesco Trevisani schließlich weiter nach Rom, wo er gegen 1678 ankommt. Hier faszinieren ihn die Gemälde der Carracci-Schule und Correggios, die er in den dortigen Galerien besichtigen kann.
Francesco Trevisani lässt sich in Rom dauerhaft nieder. Zur Unterscheidung von seinem in Venedig ebenfalls als Maler tätigen Bruder, Angelo Trevisani, erhält Francesco Trevisani nun auch den Beinamen "Romano", "der Römische".
Mit Kardinal Flavio Chigi kann sich der junge Maler in Rom auch rasch einen Mäzen sichern, der ihm erste kirchliche Aufträge besorgt, etwa für den Sieneser Dom. Berühmtheit erlangt Francesco Trevisani in Rom um 1695/96 mit der Freskenausstattung einer Kapelle in der römischen Kirche San Silvestro in Capite. Nach diesem Auftrag ist er als Maler in der Ewigen Stadt vollends etabliert.
Noch bis zum Ende des Jahrhunderts steht die Malerei des Francesco Trevisani dessen ungeachtet in der Tradition des Venezianischen Spätbarock. Neben dem Werk des Lehrers Zanchi hinterlassen auch die Malereien eines Giovanni Battista Molinari tiefe Spuren. Der Einfluss von Carlo Maratta, dem Haupt des römischen Spätbarock, wird in den römischen Jahren freilich auch mehr und mehr deutlich. Im Unterschied zur Maratta-Schule bevorzugt Francesco Trevisani aber ein subtileres Kolorit und ein die Plastizität des Körperlichen deutlich hervorhebendes Chiaroscuro. In den Werken des 18. Jahrhunderts zeigen sich die Malereien des Francesco Trevisani dann in beruhigtem Bildaufbau und in hellerem Licht.
Als Maratta Ende 1713 verstirbt, kann Francesco Trevisani, der neben kirchlichen Werken auch Historien und mythologische Sujets malt, seine Stellung als einer der führenden Künstler des römischen Spätbarock weiter festigen. Als vielgeachteter Maler und Mitglied der Accademia de Arcadia (ab 1712) verstirbt Francesco Trevisani im Jahr 1746 in Rom.