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Francisco de Goya

Biografien
Francisco de Goya

*  1746 Fuendetodos
† 1828 Bordeaux


Francisco de Goya beginnt als Sohn eines Vergolders und einer verarmten Landadeligen seine künstlerische Ausbildung 1758 in Saragossa bei dem Maler José Luzán. 1766 tritt er in Madrid in das Atelier Francesco Bayeus ein, der unter Anton Raphael Mengs am Hofe Karls III. arbeitet. Auf Anregung von Bayeu unternimmt Goya 1770 eine Italienreise und erhält bei seiner Rückkehr nach Saragossa 1771 seinen ersten bedeutenden Auftrag für eine Freskenmalerei in der Kirche El Pilar. 1775 beginnt Goyas Tätigkeit für die Teppichmanufaktur Santa Bárbara in Madrid. Bis 1780 führt er 39 Tapisseriekartons aus, die im Stil einer spanischen Spielart des Rokoko nahestehen und als Kunstrichtung dem Absolutismus Karls III. entgegenkommen. Von da an beginnt Goyas Aufstieg in die höchsten Ämter. 1783 wird er dem Bruder des Königs, Don Luis, vorgestellt und malt mehrere Bildnisse des Infanten mit seiner Familie. 1785 wird Goya Vizedirektor der Malklasse der Akademie. Nach der Thronbesteigung Karls IV. avanciert Goya zum Hofmaler. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution und der damit einhergehenden historischen Entwicklungen erfährt die Kunst des nun 50jährigen Goya einen schroffen Stilwandel. Goya wird zum frühesten Repräsentanten des modernen Realismus. Als Zeitgenosse einer äußerst widerspruchsvollen Zeit dient Goya als Holmaler sowohl Karl IV. als auch Joseph II. und Ferdinand VII., aber er nutzt diese Beziehungen als Waffe gegen die Inquisition. Als bevorzugter Porträtist führt er von 1794 bis 1800 einige seiner großartigsten Bildnisse aus (u.a. Gruppenbildnis der Familie Karls IV., 1800). Der nationale Befreiungskrieg gegen die napoleonische Fremdherrschaft hat sich in dem bis heute unübertroffenen Werk "Die Erschießung der Madrider Aufständischen von 1808" und in den Radierzyklen "Caprichos" (1797/98) bzw. "Desastres de la Guerra" (1808-15) niedergeschlagen. In einer bis dahin unbekannten Realistik und Leidenschaft entwickelt Goya in dieser zweiten Phase seines Schaffens eine bis dahin unbekannte expressiv aufwühlende Bildsprache. Neben den in den folgenden Jahren entstehenden Bildnissen von Madrider Patriziern und Aristokraten schafft Goya zwei seiner Hauptwerke, "Die bekeidetete Maja" und "Die nackte Maja" (1800-02). Nach der Thronbesteigung Ferdinands VII. gerät der Maler wegen seiner Opposition gegen Inquisition und Folter zunehmend ins Abseits. Ab 1820 entstehen in seinem Landhaus Quinta del Sordo in Madrid die "schwarzen Malereien", welche die Nachtseite, das Dämonische und Irrationale menschlicher Existenz in bislang unbekannter Eindringlichkeit behandeln. Ab 1823 verstärken sich die restaurativen Tendenzen in Spanien, was Goya schließlich 1824 zur Emigration nach Frankreich veranlasst. Francisco de Goya hat als einer der herausragenden Maler der europäischen Kunstgeschichte viele Entwicklungslinien bis in die Moderne vorgezeichnet.


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