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Francois Boucher

Biografien
Francois Boucher

*  1703 Paris
† 1770 Paris


Francois Boucher wird als Sohn des Malers Nicolas Boucher am 29. September 1703 in Paris geboren. Er lernt wohl zunächst bei seinem Vater das Handwerk des Malers und Kupferstechers, dann nimmt ihn Francois Lemoine, ein Mitglied der Pariser Akademie, aufgrund eines vielversprechenden Gemäldes in die Lehre. 1723 gewinnt Boucher den Prix de Rome der Académie Royale. Das zweijährige Romstipendium, das mit dem Preis verbunden ist, wird ihm wegen Günstlingswirtschaft aberkannt. Boucher verdient sich seine Reise daraufhin während der nächsten fünf Jahre selbst. In Italien entstehen viele Zeichnungen v.a. nach barocken Gemälden und Skulpturen sowie kleine Genrebilder. 1731 kehrt Boucher nach Paris zurück und nimmt seine Tätigkeit als Kupferstecher, Radierer und Buchillustrator wieder auf. So schafft er 1734/35 Zeichnungen und Radierungen für eine sechsbändige Molière-Ausgabe. Im Jahr 1734 wird Boucher als Mitglied in die Pariser Akademie aufgenommen, wenig später zum Professor ernannt. In den folgenden Jahren sind es sein Arbeitseifer und seine Vielfältigkeit, die ihn auszeichnen. Seit 1734 ist Boucher an der Teppichmanufaktur in Beauvais tätig, ein Jahr später erhält er seinen ersten königlichen Auftrag, vier monochrome "Tugenden" für die Decke der Chambre de la Reine in Versailles. Boucher arbeitet als Kostüm- und Bühnenbildner für das Theater, 1937-39 entstehen erste Entwürfe für die Académie Royale de Musique. Besonders lukrativ sind Zeichnungen und kleinere Gemälde, die er für private Sammler ausführt. Dennoch bleibt der Königshof der wichtigste Auftraggeber: nachdem Boucher 1748 die Einladung des preußischen Königs ablehnt, ihm als Hofmaler zu dienen, entsteht 1749 mit dem Beginn des Patronats der Mme de Pompadour ein wichtiger Einschnitt. Durch ihre Stellung und ihren Geschmack dominiert sie Bouchers Aufträge und Kunst bis zu ihrem Tod im Jahr 1764. Boucher dekoriert eine Vielzahl ihrer Räume, porträtiert sie und gibt ihr sogar Unterricht im Stechen und Zeichnen. Der Künstler erlangt nun alle wichtigen Ehrungen und Auszeichnungen: 1752 erhält Boucher eine Wohnung im Louvre, 1765 wird er zum "Premier peintre du roi" (erster Maler des Königs) und zum Direktor der Akademie ernannt. Obwohl Boucher seit den 1760er Jahren über Augenprobleme und nachlassende Kräfte klagt, malt er bis zu seinem Tod am 30. Mai 1770 weiter. Wie kein anderer seines Jahrhunderts prägt Francois Boucher den Stil der Bildenden und Dekorativen Kunst und darf als Hauptmeister des Rokoko gelten. Mit seinen Darstellungen sentimentaler Pastoralen, pittoresker Parklandschaften, graziöser weiblicher Gestalten oder erotischer Szenen bedient er den Geschmack der feinen Hofgesellschaft und reicher Bürger. Er gehört zu den produktivsten und vielseitigsten Malern des 18. Jahrhunderts und prägt den Stil der Zeit unter Louis XV. am nachhaltigsten.