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Franz Pforr

Biografien
Franz Pforr

*  1788 Frankfurt a.M.
† 1812 Albano bei Rom


Der allzu jung verstorbene Franz Pforr, der in seinen 24 Lebensjahren nur ein kleines Oeuvre schaffen konnte, rechnet dessen ungeachtet zu den berühmtesten und interessantesten Malern der nazarenischen Romantik.
Zur Welt kam Franz Pforr im Frühjahr 1788 in Frankfurt am Main, wo er zunächst von seinem Vater, dem Pferdemaler Johann Georg Pforr, in der Kunst unterwiesen wurde. Schon im Knabenalter verwaist, übersiedelte Franz Pforr 1801 nach Kassel zum Maler Johann Heinrich Tischbein, seinem Onkel von Mutterseite. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt im Jahr 1805 immatrikulierte sich Franz Pforr im selben Jahr an der Wiener Kunstakademie, wo Franz Pforr bis 1810 bei Hubert Maurer und Heinrich Friedrich Füger im klassizistischen Geschmack geschult wurde und auch frühe selbstständige Werke in diesem Stil schuf.
Doch der strenge, erstarrte Akademismus der Vätergeneration erregte bald Franz Pforrs heftigsten Widerstand. 1808 tat er sich darum mit den gleichgesinnten Studenten Friedrich Overbeck, Johann Konrad Hottinger, Ludwig Vogel, Joseph Sutter und Joseph Wintergerst zusammen, und im Sommer des Folgejahres hoben die jungen Künstler ihren "Lukasbund" aus der Taufe. Der Wiener Akademie freilich missfiel die kleine Künstlergruppierung um Franz Pforr, und als die Einrichtung nach einer kurzfristigen Schließung Ende 1809 wiedereröffnet wurde, nahm man dies zum Anlass, die Abtrünnigen nicht mehr zum Studium zuzulassen. 1810 übersiedelte Franz Pforr mit seinen Lukasbrüdern nach Rom, wo sie, gleichsam "Kunst-Mönche", im Kloster Sant'Isidoro lebten und malten. Franz Pforr und seine Freunde wurden bald nur noch die "Nazarener" genannt, da ihr langes Haar und ihre Gewänder an Christus und die Jünger gemahnten. Geeint waren diese Nazarener durch ihre Hinwendung zu einer religiösen, vornehmlich katholischen Kunst und zu einem altmeisterlichen und besonders "altdeutschen" Stil mit ausdrucksvoller Umrisslinie und betontem Lokalkolorit.
Eine Reise führte Franz Pforr im Herbst des Jahres 1811 nach Neapel und schließlich wieder Richtung Rom. Doch in Albano Laziale, nahe der Ewigen Stadt, erkrankte Franz Pforr an Tuberkulose und erlag dem Leiden im Sommer 1812. Franz Pforr hinterließ nur wenige Gemälde und Zeichnungen. Seine seltenen Werke finden sich etwa im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main.