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Gerard David

Biografien
Gerard David

*  um 1460 Oudewater bei Gouda
† 1523 Brügge


Laut Sanderus wird Gerard David um 1460 in Oudewater bei Gouda geboren. Stilistische Merkmale sprechen für eine Ausbildung in Holland, vermutlich in Haarlem, da sich früheste Arbeiten an Dirck Bouts, Geertgen tot Sint Jans und Jacob Jansz. orientieren. Bald übersiedelt David in das flämische Brügge, wo er sich als von auswärts kommender Freimeister 1484 in die Gildeliste eintragen lässt. Eine erfolgreiche Malerkarriere beginnt, mehrfach wird David als Geschworener der Lukasgilde und 1501 als deren Vorsteher genannt. Zudem erhält er von der neu eingesetzten Stadtregierung Aufträge für mehrere Gemälde, darunter ein Bild für das Schöffenzimmer des Rathauses, dokumentiert als "Jüngstes Gericht". Nach Hans Memlings Tod im Jahr 1494 wird David zur führenden Künstlerpersönlichkeit in Brügge, wo er um 1496 Cornelia Cnoop, die Tochter des Vorstehers der Goldschmiedezunft, heiratet. 1507/08 wird der Maler Mitglied der Bruderschaft "Onze-Lieve-Vrouw van den Drogen Boom", der hauptsächlich Aristokraten und wohlhabende Bürger angehören. Vermutlich ist es ebenfalls Gerard David, der 1515 als "Meester Gheraert van Brugghe" Mitglied der Antwerpener Malergilde wird, wohl um sich ein zweites Absatzgebiet zu schaffen. Am 13. August 1523 stirbt David in Brügge, wo er in der Onze-Lieve-Vrouwekerk begraben wird. Gerard David gilt als der letzte große Vertreter der Brügger Malerei. Er zeichnet sich besonders durch die außerordentlich präzise Wiedergabe von Materialien und Details aus, aber auch durch das Talent für Räumlichkeit - v.a. in der Anordnung der Figuren zueinander und im Bildraum. Zu seinem Themenkreis gehören hauptsächlich Tafelbilder mit Szenen der Epiphanie und Passion Christi, Madonnendarstellungen und religiöse Triptychen, die er meist für öffentliche Institutionen wie Kirchen, Klöster, Bruderschaften und Behörden geschaffen hat, u.a. das Triptychon mit der Taufi Christi (Brügge, Groeninge-Museum), das durch die erhabenen Figuren, den religiösen Ernst und die detaillierte Landschaftsdarstellung zu Davids bemerkenswertesten Werken zählt.