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Gerard Dou

Biografien
Gerard Dou

*  1613 Leiden
† 1675 Leiden


Gerrit Dou, der Gründungsvater der Leidener Feinmalerei, kommt 1613 in Leiden zur Welt. Die künstlerischen Anfänge von Gerrit Dou liegen in der Glasmalerei: Sein Vater, ein Glasmaler, bildet Gerrit Dou zunächst in seinem Handwerk aus, bevor der Sohn nach 1622 bei einem Kupferstecher zu lernen beginnt (Bartholomeus Dolendo) und anschließend erneut von einem Glasmaler, Pieter Couwenhorn, ausgebildet wird. Die Glasmachergilde Leidens führt Gerrit Dou zwischen 1625 und 1627 in ihrem Verzeichnis.
Richtungsweisend für die weitere Entwicklung Gerrit Dous zum Tafelmaler wird die Lehrzeit beim jungen Rembrandt. Ab 1628 arbeitet Gerrit Dou in dessen erstem Atelier in Leiden. Als Rembrandt nach Amsterdam übersiedelt, wird Gerrit Dou 1631 oder 1632 selbständiger Maler in seiner Geburtsstadt.
Hier feiert er schon bald mit seiner hochbezahlten Feinmalerei große Erfolge: Gerrit Dou spezialisiert sich auf einen minutiösen, detailreichen und illusionistischen Realismus auf kleinem Format. Mit seinen reizenden Innenraumszenen und Genredarstellungen prägt Gerrit Dou eine ganze Schule, der Frans van Mieris der Ältere, Willem van Mieris, Gabriel Metsu, Pieter Cornelisz. van Slingelandt und Godfried Schalcken (auch: Gottfried Schalken) zuzurechnen sind und die noch im 18. Jahrhundert Nachfolger findet: die Leidener Feinmalerei. Die besondere Malweise von Gerrit Dou und seiner Schule wird von einer Anekdote treffend illustriert: Angeblich malt der Meister einmal nicht weniger als drei Tage an einem einzigen Besenstiel, der nicht größer als ein Fingernagel ist.
Bezahlen lässt sich Dou übrigens nach Arbeitsstunden, und so verwundert es nicht, dass er nach Rembrandt und Frans van Mieris der teuerste holländische Maler seiner Epoche wird: Für ein hochwertiges Gemälde muss man zu dieser Zeit etwa 20-30 Gulden aufbringen, für eine Feinmalerei von Gerrit Dou aber 600 bis 1.000 Gulden. Der Erfolg von Gerrit Dous Feinmalerei ist trotz dieser Preise so groß, dass Pieter Spiering, der in Den Haag weilende schwedische Minister, für 1.000 Gulden jährlich ein Vorkaufsrecht erwirbt.
1648 rechnet Gerrit Dou neben David Bailly, Jan Steen, Gabriel Metsu und Abraham van den Tempel zu den Unterzeichnern der Gründungsurkunde der Malergilde von Leiden. In Leiden ist Gerrit Dou, der laut Houbraken sogar den Posten des englischen Hofmalers ausschlägt, fest verwurzelt; sein Ruf aber dringt weit über die Grenzen hinaus. Von der internationalen Berühmtheit des Gerrit Dou zeugen etwa die Besuche, die er von hochrangigen Persönlichkeiten aus dem Ausland empfängt: 1662 kommt Ole Borch aus Dänemark, 1663 Balthasar de Monconys aus Frankreich, 1669 Cosimo III. de´ Medici aus Italien in sein Atelier.
Im Jahr 1675 verstirbt Gerrit Dou unverheiratet und hinterlässt ein beträchtliches Vermögen.