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Giorgione

Biografien
Giorgione

*  1477 Castelfranco Veneto
† 1510 Venedig


Giorgione, der mit Giovanni Bellini und Tizian die Malerei der Venezianischen Hochrenaissance anführt, kommt wohl 1477 oder 1478 in Castelfranco Veneto zur Welt. Das Leben und Wirken des früh verstorbenen Künstlers, dem zahlreiche Liebschaften nachgesagt werden, ist bis heute Rätsel, Mythos und Legende geblieben, denn nur wenige der herausragenden Werke Giorgiones haben sich der Nachwelt erhalten, und auch von seinem kurzen Leben ist wenig bekannt.
Nach Vasari erhält Giorgione (Giorgio da Castelfranco) seine Ausbildung bei keinem Geringeren als Giovanni Bellini. Dessen Einfluss ist in Giorgiones kleinem Oeuvre auch fassbar zu machen, wenngleich die Lehrzeit nicht belegt werden kann. Sicher ist jedoch, dass Giorgiones (Giorgio da Castelfrancos) erhaltene Werke zu den Höhepunkten der Kunstgeschichte zählen: Auf dem Gebiet der Bildnismalerei leistet Giorgione (Giorgio da Castelfranco) Bedeutendes, so etwa im hintergründigen Porträt der sogenannten Laura im Kunsthistorischen Museum Wien (wohl 1506). Eine neue Form der "Sacra Conversazione" vor Landschaftshintergrund führt Giorgione (Giorgio da Castelfranco) um 1504 mit der tiefsinnigen "Madonna von Castelfranco" (Maria mit dem Kind und den hll. Franziskus und Liberale) ein, die er für den Dom seiner Geburtsstadt Castelfranco Veneto malt. Als berühmtestes Gemälde Giorgiones ist nicht zuletzt "Das Gewitter" ("La Tempesta" in der Galleria dell´Accademia, Venedig, um 1506/08) hervorzuheben. Das geradezu zum Synonym des "Rätsels Giorgione" gewordene Werk gehört zu den enigmatischsten Malereien der Kunstgeschichte und hat zahlreiche und teils sehr spekulative Deutungsversuche nach sich gezogen.
Auch im Stil ist Giorgione (Giorgio da Castelfranco) ein Künstler von herausragender Qualität: Seine weiche, tonig schattierende Malweise mit dem vibrierenden, flirrenden Licht sorgt für die eindringliche Lebensnähe, lyrische Enthobenheit und atmosphärische Dichte seiner Malereien, die oft mit dem Begriff des "Stimmungshaften" umschrieben werden. Zu diesem betont malerischen Zugriff, der der Venezianischen Malerei im 16. Jahrhundert die Richtung weist, stimmt es, dass Giorgione (zumindest laut Vasari) keine Zeichnungen angefertigt hat.
Giorgiones Ruhm ist bald so groß, dass schon im 16. und vor allem im 17. Jahrhundert zahlreiche Nachahmungen und auch Fälschungen seiner Werke im Umlauf sind. Der Künstler ist schon jetzt, nicht lange nach seinem frühen Pesttod (vor dem 25.10.1510), ein Mythos.