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Giovanni Battista Tiepolo

Biografien
Giovanni Battista Tiepolo

*  1696 Venedig
† 1770 Madrid


1696 in Venedig geboren, beginnt Giovanni Battista Tiepolo etwa 1710 seine Lehrzeit bei dem venezianischen Maler Gregorio Lazzarini, wird aber vor allem von der pathetischen Hell-Dunkel-Malerei Bencovichs und Piazzettas beeinflusst. Das in S. Riccis gefundene Vorbild gibt dem Maler und Radierer vermutlich den Anstoß zur Orientierung an den Werken Veroneses, die von größter Auswirkung auf sein gesamtes späteres Schaffen sein wird. 22-jährig wird Veronese künstlerischer Berater des Dogen, im gleichen Jahr malt er sein erstes Deckenfresko in S. Maria Assunta in Biadene. Es folgen die Fresken mit biblischen Szenen im Dom und im Erzbischöflichen Palast in Udine von 1726/27, die im Ansatz bereits den Stil seiner Reifejahre zeigen. Die Werke der Folgejahre tragen ihm zu Recht den Ruf als bedeutendster Maler Venedigs ein und begründen seinen Ruhm als Spezialist für Freskenausstattungen. Helles, gleichmäßig verteiltes Licht erfüllt seine mit theatralischen Effekten virtuos komponierten Bildräume. In die 30er Jahre gehören u.a. die vierzig Deckenfresken in der venezianischen Jesuitenkirche S. Maria del Rosario, die seine umfassende Erfindungskraft und dekorative Phantasie belegen. In dieser Phase verlagert sich der Schwerpunkt seines Schaffens auf die Ausstattung von Palästen. In den Fünfziger Jahren folgt er mit seinen Söhnen Giovanni Domenico und Lorenzo einem Ruf nach Würzburg, wo er von 1750 bis 1753 im Auftrag des Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenklau Deckenbilder für den Kaisersaal und das Treppenhaus der Residenz ausführt, die sein unübertroffenes Hauptwerk darstellen. Ungefähr zeitgleich vollendet Tiepolo die grandiose Freskendekoration des Palazzo Labia in Venedig. Sind die dortigen Antonius- und Kleopatra-Szenen ein Triumph des architektonischen Illusionismus, so stellen die Würzburger Fresken einen Höhepunkt seiner Licht- und Farbenkunst dar, die den Einfluss der venezianischen Malerei auf die süddeutsch-österreichische spätbarocke und Rokokomalerei verstärkt hat. 1754 kehrt Tiepolo nach Venedig zurück und wird zwei Jahre später der erste Präsident der neuen Kunstakademie. 1762 folgt der 66-jährige gemeinsam mit seinen Söhnen der Einladung des spanischen Königs, die Gesamtausstattung des Palastes in Madrid zu übernehmen. Hier treten Ermüdungserscheinungen auf, wohl bedingt durch den Gegensatz zu den modernen klassizistischen Strömungen, die aber nichts am Gesamtschaffen des bedeutendsten Dekorationsmalers des 18. Jahrhunderts mildern. Giovanni Battista Tiepolo hat zwischen Spätbarock, Rokoko und frühem Klassizismus Allegorie und Mythologie noch einmal ein festlich-glanzvolles und kunstvoll spielerisches Leben eingehaucht und seiner Malerei eine einzigartige leuchtende, lichterfüllte Farbigkeit verliehen.