Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Giovanni Bellini

Biografien
Giovanni Bellini

*  1430 Venedig
† 1516 Venedig


Giovanni Bellini (Giambellino), einer der Gründungsväter und neben Giorgione und Tizian die überragende Koryphäe der Venezianischen Renaissancemalerei, kommt wahrscheinlich in der ersten Hälfte der 1430er Jahre unehelich als Sohn Jacopo Bellinis zur Welt. Das genaue Geburtsdatum ist unbekannt und wäre nach Vasaris Künstlerbiografien auf 1426 anzusetzen. Da Giovanni Bellini (Giambellino) jedoch jünger ist als Gentile, sein Bruder von Vaterseite her, kann dies schwerlich zutreffen.
Die erste Signatur zeichnet Giovanni Bellini (Giambellino) jedenfalls 1460 gemeinsam mit Vater und Bruder. Erst deutlich später folgt der erste große, öffentliche Auftrag: 1479 übergibt der Große Rat Venedigs den (nicht erhaltenen) Bilderschmuck im Ratssaal des Palazzo Ducale in Giovanni Bellinis (Giambellinos) Hände - eine späte Würdigung des unehelichen Bellini-Sprosses. 1483 wird Giovanni Bellini (Giambellino) sogar durch das Collegio zum offiziellen Maler der Republik erhoben, der seither auch nicht mehr die Abgabe an die "fraglia dei pittori" entrichten muss. Giovanni Bellinis (Giambellinos) Sohn Alvise muss vor 1489 geboren worden sein. Wie seine Gattin Ginevra soll auch der Sohn den Jahrhundertwechsel wohl nicht erleben. Bellini ist um diese Zeit betagter und vielgerühmter Künstler. Eines seiner Hauptwerke, die Sacra Conversazione in San Zaccaria in Venedig, versieht Giovanni Bellini (Giambellino) erst im Jahr 1505 mit seiner Signatur.
Dieses Bild, das nichts weniger als einen neuen Typus erschafft, wird auch Albrecht Dürer gesehen haben. Der Nürnberger schreibt 1506 aus Venedig an Willibald Pirkheimer, Giovanni Bellini (Giambellino) sei zwar bereits sehr alt, aber noch immer der beste Maler der Lagunenstadt.
Giovanni Bellinis (Giambellinos) von religiösen Szenen beherrschtes Werk spannt den Bogen von frühen Arbeiten im Nachklang der Internationalen Gotik hin zu dichten, atmosphärischen Spätwerken. Konzentrierte, ruhige Kompositionen von herausragendem Realismus kennzeichnen sein Oeuvre. Davon berichtet auch eine Episode aus dem Jahr 1497: Der Marchese Francesco Gonzaga stellt Bellini in diesem Jahr frei, den Hintergrund für ein Gemälde zu wählen. Denn zuvor hat Giovanni Bellini (Giambellino) sich geweigert, im Bildhintergrund die Stadt Paris zu zeigen - mit der Begründung, er sei schließlich nie selbst dort gewesen.
Auch mit dem Zeichenstift, beim Skizzieren und in der Miniaturmalerei kommt Giovanni Bellini (Giambellino) zur Vollendung, bevor er 1516 in seiner Geburtsstadt stirbt.