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Giovanni Giacometti

Biografien
Giovanni Giacometti

*  1868 Stampa
† 1933 Glion


Giovanni Giacometti wird am 7. März 1868 in Stampa, Graubünden geboren. Von seiner Lehrerin ermutigt, schlägt der junge Giacometti die künstlerische Laufbahn ein und zieht 1886 nach München, um die Kunstgewerbeschule zu besuchen. Dort lernt Giacometti Cuno Amiet kennen, der ihm ein sehr guter Freund wird und mit dem er die Werke der französischen Impressionisten studiert. Mit der Unterstützung seiner Eltern zieht Giacometti 1888 zusammen mit Amiet nach Paris. Er besucht den Frühlingssalon, auf dem er von einigen Gemälden tief beeindruckt ist. Dort begegnet Giacometti auch zum ersten Mal den Werken Giovanni Segantinis, den er später persönlich kennenlernt. Das Geld wird knapp, 1891 muss Giacometti zurück nach Stampa: Eine Zeit der Einsamkeit und der Inspirationslosigkeit. Aber die Ausstellung seiner ersten Werke in der Nationalen Kunstausstellung in Bern und der Auftrag zu einem Porträt erzielen einen kleinen finanziellen Gewinn. Von dem Ertrag besucht Giacometti Rom und Neapel. 1894 trifft er Segantini, mit dem ihn fortan eine tiefe Freundschaft verbindet. Segantini entwirft im Jahr 1897 die Idee eines gigantischen Panoramas vom Engadin für den Schweizer Pavillon auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900. Giacometti soll daran mitarbeiten, doch dem Projekt geht das Geld aus. 1900 heiratet er und lässt sich in Borgonovo nieder, wo 1901 der Sohn Alberto geboren wird. Drei weitere Kinder folgen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt eine Phase der künstlerischen Emanzipation und Giacometti überwindet in der Auseinandersetzung mit den französischen Vorbildern den mächtigen Einfluss Hodlers. Im Jahre 1912 wird Giacometti eingeladen, mit den Künstlern der "Brücke" in Dresden auszustellen. Im gleichen Jahr hat Giacometti großen Erfolg mit einer Ausstellung im Kunsthaus in Zürich, 1920 werden in Bern Werke von ihm ausgestellt. Es folgen weitere internationale Einzelausstellungen. Seine letzten Jahre verbringt der Künstler in der Ruhe von Stampa. Giovanni Giacometti gilt als Vermittler modernen französischen und italienischen Kunstgutes. Er leistete somit einen wesentlichen Beitrag zur Erneuerung der Schweizer Malerei im 20. Jahrhundert. Zusammen mit Cuno Amiet gehört Giovanni Giacometti zu den Vertretern eines typisch "schweizerischen Kolorismus".