Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Giulio Turcato

Biografien
Giulio Turcato

*  1912 Mantua
† 1995 Rom


Der Maler und Grafiker Giulio Turcato gilt als eine der wichtigsten Figuren der abstrakten Nachkriegskunst Italiens.
Geboren 1912 im italienischen Mantua, absolvierte Giulio Turcato seine Ausbildung in Venedig, wo er zwischen 1925 und 1933 studierte. Im Jahr 1937 übersiedelte Giulio Turcato nach Mailand und verdingte sich dort zunächst in einem Architekturbüro, doch schon zwei Jahre darauf konnte er 1939 in einer ersten Einzelausstellung seine freien Kunstwerke der Öffentlichkeit vorstellen.
1943 zog Giulio Turcato in die italienische Hauptstadt und trat einige Jahre darauf der wegweisenden Künstlervereinigung "Fronte Nuovo delle Arti" ("Neue Front der Künste") bei, der auch Renato Birolli, Pericle Fazzini, Renato Guttuso, Ennio Morlotti, Giuseppe Santomaso, Emilio Vedova oder Alberto Viani zuzurechnen sind. Die Gruppe hatte es sich zum Ziel gesetzt, die italienische Kunst von Grund auf zu erneuern. Da man sich aber nicht auf einen gemeinsamen Weg zu diesem Ziel einigen konnte, kam es zur Spaltung der Vereinigung in eine Realistengruppe um Renato Guttuso und die "Abstrakten", die sich 1952 in der informellen "Gruppo degli Otto" neu formierten. Zu dieser "Gruppo degli Otto", die Giulio Turcato mit aus der Taufe gehoben hatte, rechnen auch Giuseppe Santomaso, Afro Basaldella, Ennio Morlotti, Mattia Moreni, Renato Birolli, Antonio Corpora und Emilio Vedova. Verbindendes Stilelement war die Vereinigung eines gestisch impulsiven Stils mit Tendenzen geometrischer Linearität.
Unabhängig von der bereits 1954 wieder aufgelösten "Gruppo degli Otto" prägte diese Tendenz auch Giulio Turcatos Arbeiten. Nachdem er in seinem Frühwerk insbesondere Landschaften und Stillleben geschaffen hatte, führten Einflüsse von Kubismus, dem farbstarken Fauvismus und namentlich von Henri Matisse den jungen Maler bald zu seinen charakteristischen, zwischen totaler Abstraktion und gegenständlichen Assoziationen changierenden, farbintensiven Kompositionen. Mit neuen Inspirationen belebte Giulio Turcato seine Kunst auch dank seiner zahlreichen Reisen, die ihn etwa 1956 nach Fernost und 1964 nach Ägypten führten.
Der bis ins hohe Alter aktive Giulio Turcato verstarb im Jahr 1995 in Rom.
Giulio Turcato, hochdekoriert und vielfacher Teilnehmer an der Venezianischen Biennale, ist durch eine rege internationale Ausstellungstätigkeit zu großem Ruhm gelangt. Gesondert zu benennen sind darunter etwa die große Retrospektive in Rom (1974), die über 300 Werke ausstellte, ferner die Werkschau im Musée de l'Athénée in Genf (1980) sowie die umfassende Einzelausstellung, die 1985 von der Münchner Staatsgalerie Moderner Kunst ausgerichtet wurde.