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Günter Brus

Biografien
Günter Brus

*  1938 Ardning/Österreich

Günter Brus, der Kopf des "Wiener Aktionismus", wird 1938 im österreichischen Ardning geboren. Sein Studium beginnt er an der Kunstgewerbeschule Graz (1954-1958), danach schreibt er sich für zwei Jahre an der Akademie für angewandte Kunst in Wien ein. 1960 verlässt er diese Institution ohne Abschluss. Stattdessen reist der junge Künstler nach Mallorca und schafft erste Malereien und Handzeichnungen im Stil des Informel.
1964 wird das Schicksalsjahr für Günter Brus. Gemeinsam mit Otto Mühl, Rudolf Schwarzkogler und Hermann Nitsch hebt er den "Wiener Aktionismus" aus der Taufe. Es folgen bis 1970 epochale Kunstaktionen wie "Selbstbemalung I + II" und die "Selbstverstümmelungen", von denen auch Zeichnungen und Partituren beredtes Zeugnis geben.
Immer sucht Günter Brus die Provokation. 1968 führt dies sogar so weit, dass er im Zuge der Aktion "Kunst + Revolution" wegen der "Herabwürdigung österreichischer Symbole" und "Verletzung der Sittlichkeit und Schamhaftigkeit" zu einem halben Jahr Haft verurteilt wird. Brus flieht nach Berlin, die letzte Aktion findet 1970 auf deutschem Boden statt ("Zerreißprobe" in München).
Ab den 1970er Jahren widmet sich Günter Brus wieder vermehrt der Handzeichnung. Sein besonderes Interesse gilt der Wechselwirkung von Text und Bild, der "Bild-Dichtung". Freie Zeichnungen entstehen ebenfalls verstärkt ab den 1970er Jahren, auch in Kombination mit Aktionskunst ("Arbeitssitzungen"). Die "Imprimaturen" und "Trivialeums-Überzeichnungen" bilden die umfangreichsten Zeichnungskomplexe.
In Österreich wird es derweil nicht ruhiger um Günter Brus. Zwar wird seine Haftstrafe in eine Geldbuße umgewandelt, doch erhebt man 1977 erneut Anklage wegen Religionsbeleidigung und Pornografie. Dessen ungeachtet zieht Brus 1979 nach Graz, wo er sich bald verstärkt seinem dichterischen Oeuvre zuwendet.
Günter Brus, Teilnehmer der Documenta-Schauen 5, 6 und 7, der seit 2011 durch ein eigenes Museum geehrt wird (BRUSEUM im Landesmuseum Joanneum), bespielt im Laufe seiner Karriere bedeutende internationale Einzelausstellungen. 1986 gastiert eine erste umfassende Retrospektive in Wien, München und Düsseldorf, 1993 zeigt das Pariser Centre Georges Pompidou eine Werkschau, 1999 ist eine weitere in Tübingen, Kiel und Linz zu sehen. So renommierte Museen wie die Scottish National Gallery of Modern Art, die Hamburger Kunsthalle, die Londoner Tate Gallery, das Münchner Lenbachhaus oder das New Yorker Museum of Modern Art präsentieren seine Werke.
Günter Brus lebt und arbeitet in Graz und Spanien.