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Guilio Paolini

Biografien
Guilio Paolini

*  1940 Genova

Giulio Paolini, einer der wichtigen Vertreter der Arte Povera und der Concept Art, kommt im Jahr 1940 in Genua zur Welt. Zwei Jahre darauf übersiedelt die Familie nach Bergamo, ein Jahrzehnt später lassen sich die Paolinis in Turin nieder. Auf Wunsch des Vaters absolviert Giulio Paolini eine Ausbildung als Grafikdesigner. 1959 macht er seinen Abschluss. Doch schon während des Studiums bemerkt er, wie sehr es ihn zur freien Kunst drängt. Bald entstehen die ersten Werke. 1961 beteiligt er sich erstmals an einer Gruppenausstellung, und schon drei Jahre später bespielt der junge Giulio Paolini in der römischen Galleria La Salita seine erste Einzelausstellung.
In seinen Arbeiten stellt sich Giulio Paolini in klare Opposition zum in jenen Jahren noch dominanten Informel. Die gestische Abstraktion hat in den Augen des jungen Künstlers die Grenzen ihrer Entwicklungsfähigkeit erlangt. An ihre Stelle setzt er Klarheit und Konzentration. Er sucht eine andere, reinere Form der Malerei.
Von der Malerei wendet sich Giulio Paolini bald auch anderen Gattungen zu. Besonders als Fotograf macht er sich rasch einen Namen. Als dann in den ausgehenden 1960er Jahren die Arte Povera aufkommt, wird Giulio Paolini zu einer wesentlichen Figur innerhalb dieser Bewegung und erlangt internationale Bekanntheit. Paolini arbeitet nun mit aufgefundenen Materialien, die er in andeutungs- und bezugreiche, lyrische Kunstwerke überführt. In besonderem Maße interessiert ihn dabei die eigene Geschichte der Dinge, weshalb auch immer wieder kunstgeschichtliche Zitate in seinen Werken auftauchen. Auch Papierarbeiten beschäftigen Paolini, den gelernten Grafikdesigner, nachhaltig. Eine besondere, durch ihre Klarheit ebenso wie ihre konzeptuelle Tiefe ausgezeichnete und vollkommen überzeugende Ästhetik kennzeichnet die Werke des Italieners in allen Gattungen.
Ab 1964 zeigt Giulio Paolini seine Werke auf zahlreichen Einzelausstellungen. Hervorzuheben sind die großen Schauen im renommierten Amsterdamer Stedelijk Museum (1980), der Staatsgalerie in Stuttgart (1986), der Galleria Nazionale d'Arte Moderna in Rom (1988), dem Kunstmuseum in Winterthur (2005) oder der Londoner Whitechapel Gallery (2014).
Der mehrmalige Documenta-Teilnehmer Giulio Paolini (1972, 1977, 1982, 1992) lebt und arbeitet in Turin.