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Hans Brosamer

Biografien
Hans Brosamer

*  1495 Fulda
† 1554 Erfurt


Der Maler und Druckgrafiker Hans Brosamer nimmt unter den sogenannten Kleinmeistern der deutschen Renaissance einen der ersten Ränge ein.
Kaum etwas ist bekannt über das Leben des Hans Brosamer. Dass er aus Fulda stammt und dort tätig ist, wird aus mehreren Gründen wahrscheinlich: So malt Hans Brosamer 1536 ein Porträt des Fuldaer Kanzlers Johann von Otthera, das er voll signiert, und seine Signatur auf einem Kreuzigungs-Kupferstich lautet "Johannes Brosamer Fuldae degens faciebat 1542".
Um die Mitte oder in der zweiten Hälfte der 1540er Jahre übersiedelt Hans Brosamer wohl nach Erfurt. Als "Hans Brosamer Formschneider zu Erffordt" signiert Hans Brosamer jedenfalls ein Holzschnittporträt des Landgrafen Philipp von Hessen, und in Erfurt lässt er seine Holzschnitte aus der Serie "Bathseba im Bade" drucken.
Volle Signaturen sind im Oeuvre des Hans Brosamer äußerst selten, doch wird ihm ein recht großes Corpus an Arbeiten zugewiesen, die mit dem Monogramm "HB" gezeichnet sind. Es handelt sich in der Malerei hauptsächlich um realistische Porträtgemälde mit meist grünem Hintergrund, bräunlichen Inkarnaten und hohen stofflichen Werten sowie um zahlreiche virtuose Druckgrafiken (Kupferstiche, Holzschnitte, Buchillustrationen). In der Grafik sind religiöse Themen ebenso zu finden wie mythologische Szenen, Genredarstellungen oder Figurenstücke mit architektonischer Hintergrundgestaltung nach dem Vorbild der Niederländer. Mit seinen weit verbreiteten Druckgrafiken übt Hans Brosamer einigen Einfluss auf die Kunst seiner Epoche aus.
Stilistisch werden im Gesamtwerk des Hans Brosamer Anklänge an das Umfeld Cranachs, aber auch an die Blätter der Kupferstecher Heinrich Aldegrever und Jakob Binck augenscheinlich. Gelegentlich wird in der Forschung aufgrund dieser unterschiedlichen Einflüsse angenommen, dass gleich zwei Künstler namens Hans Brosamer zeitgleich wirken. Für diese These ist jedoch kein Beweis erbracht.
Nach 1554 verstirbt Hans Brosamer in Erfurt.