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Hans Holbein d.Ä.

Biografien
Hans Holbein d.Ä.

*  1460 Augsburg
† 1524 Isenheim


Hans Holbein d.Ä., der zu den bedeutendsten Vertretern der nordalpinen Spätgotik und beginnenden Renaissance in der Malerei zählt, kommt in der ersten Hälfte der 1460er Jahre in Augsburg zur Welt. Der Sohn des Gerbermeisters Michel Holbein verlebt prägende Lehrjahre wahrscheinlich am Oberrhein und in Ulm. Hier trifft er auf die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bedeutende "Ulmer Schule" der Spätgotik, die seinem Schaffen die Richtung weist. Seine Malereien deuten darauf hin, dass Hans Holbein d.Ä. auch den Niederrhein und die Niederlande bereist, doch fehlen handfeste Belege für diese Vermutung.
Urkundlich fassbar wird Hans Holbein d.Ä. im Jahr 1493 in Ulm, wo er zu dieser Zeit Bürgerrecht besitzt und mit Michel Erhart, dem berühmten Bildschnitzer, zusammenarbeitet. Im Jahr darauf kehrt Hans Holbein d.Ä. in seine Geburtsstadt zurück. Er heiratet dort eine Tochter Augsburgs - dass es sich um die Schwester des Malers Hans Burgkmair handelt, gehört allerdings ins Reich der Spekulation. Sicher ist jedoch, dass Holbeins Werkstatt stetig wächst: Der früh verwitwete Hans Holbein d.Ä. meldet 1496 einen Lehrling namens Stephan Kriechbaum bei der Augsburger Zunft an, 1497 sind zudem zwei Gehilfen belegt. Deren Unterstützung ist nun auch nötig: Um das Ende des Jahrhunderts verbreitet sich Hans Holbeins d.Ä. Ruf als herausragender Maler und äußerst begabter Kolorist auch überregional, wie seine zahlreichen Aufträge bezeugen.
Die Jahre bis 1515 hält sich Hans Holbein d.Ä. hauptsächlich in seiner Vaterstadt auf. Hier wird ihm um 1497/98 als zweiter Sohn der spätere Maler gleichen Namens geboren, der zur Unterscheidung von seinem Vater Hans Holbein der Jüngere genannt wird. Seinem Sohn Hans Holbein d.J. vererbt Hans Holbein d.Ä. die Neigung zur subtilen, auch psychologisch durchdringenden Schilderung der menschlichen Physiognomie.
Aus unbekannten Gründen - gelegentlich werden Schulden als Anlass vermutet - kehrt Hans Holbein d.Ä., der auch als Zeichner mit dem Silberstift große Begabung verrät, im Jahr 1515 Augsburg den Rücken. Im Anschluss ist Hans Holbein d.Ä. in Isenheim und Luzern belegt. 1524 stirbt Hans Holbein d.Ä., möglicherweise in Isenheim.