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Hans Makart

Biografien
Hans Makart

*  1840
† 1895


Der große "Malerfürst" Hans Makart, mit eigentlichem Namen Johann Ferdinand Apollonius Makart, zählt mit seinen sinnlichen, hoch dekorativen Werken zu den einflussreichsten Künstlern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum.
Zur Welt kam Hans Makart 1840 in Salzburg. Dass sein Vater nicht nur Schlossaufseher in Schloss Mirabell, sondern auch selbst künstlerisch tätig war, mag für Hans Makart seinen Weg in den Künstlerberuf erleichtert haben. Doch am Beginn seiner Karriere stand ein herber Schlag: Hans Makart immatrikulierte sich 1858 an der Wiener Kunstakademie, die ihn jedoch - aus heutiger Sicht ein erstaunliches Fehlurteil - recht schnell als völlig unbegabt einstufte und seine Ausbildung beendete. Hans Makart ließ sich aber nicht entmutigen und lernte zunächst kurz bei J. Schiffmann und schließlich in München bei Carl Theodor von Piloty, dem Großmeister einer theatralisch inszenierten Historienmalerei, dessen Werk nicht ohne Wirkung auf den jungen Hans Makart blieb. Doch drängte Hans Makart mehr zum Sinnlich-Dekorativen als der Lehrer, zog bald die Allegorie der strengen Historie vor und orientierte sich an der leidenschaftlichen Kunst eines Eugène Delacroix oder Peter Paul Rubens.
Neobarocke Opulenz, Farbenpracht, pathetische Inszenierung und höchste Schmuckfreude kennzeichnen das Oeuvre des Hans Makart, das sich keineswegs auf die Malerei beschränkte, sondern auch das Kunsthandwerk und die Innenarchitektur der Epoche entscheidend prägte.
Bald erkannte man in Wien das Fehlurteil, das die Akademie über Hans Makart gefällt hatte, und berief ihn 1869 in die österreichische Hauptstadt zurück, wo der einst Verschmähte nun ein vom Staate finanziertes Atelier und zugehörige Wohnräume bezog und später sogar selbst Professor an nämlicher Kunstakademie wurde. In den 1870er Jahren war das üppig dekorierte, zum Gesamtkunstwerk erhobene Wiener Atelier von Hans Makart, dieser längst ein gefeierter "Malerfürst", nicht zuletzt dank vieler großer Feste in diesen Räumlichkeiten stilbildend geworden: Die österreichische und deutsche gehobene Gesellschaft dekorierte nun ihre eigenen Salons gleichfalls im "Makart-Stil", der dem Kunsthandwerk einer ganzen Ära Gesicht verlieh. Auch unter Künstlerkollegen wirkte Hans Makarts charakteristischer Stil nach, wobei insbesondere die Jugendstil-Avantgardisten Alfons Maria Mucha und Gustav Klimt zu benennen sind.
Frühvollendet verstarb Hans Makart 1884 in Wien an den Folgen einer Syphilis-Erkrankung. Seine auch heute überaus beliebten Werke sind in so bedeutenden Museen wie dem Wiener Belvedere, dem Museum of Fine Arts in Budapest und der Neuen Pinakothek in München vertreten.