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Hans Memling

Biografien
Hans Memling

*  1435 Seligenstadt
† 1494 Brügge


Hans Memling, dessen Nachname wohl auf das Dörfchen Mömlingen nahe Aschaffenburg verweist, wird um 1435 in Seligenstadt am Main geboren. Über das Leben des Malers, der zu den wichtigsten Vertretern der zweiten Generation der altniederländischen Kunst zählt, ist nur wenig bekannt. Ausgebildet wird Hans Memling (Jan van Memmelynghe, Jean Memlinc, Jan van Memnelinghe, Johannes Memmelinc, Hans Memmelink) wohl zuerst in Mainfranken, von wo es ihn offenbar den Rhein hinab zieht. In Köln scheint das Werk von Stephan Lochner einigen Eindruck auf den jungen Hans Memling auszuüben. Vor allem zeigen Hans Memlings Arbeiten aber seine Nähe zum großen Rogier van der Weyden, so dass vermutet wird, Memling sei in Brüssel Werkstattmitglied Rogiers gewesen. Nach dessen Tod wird Hans Memling (Jan van Memmelynghe, Jean Memlinc, Jan van Memnelinghe, Johannes Memmelinc, Hans Memmelink) 1465 als Bürger von Brügge genannt. Dort geht er um 1466 die Ehe mit Anna de Valkenaere ein.
Hans Memling kommt in seiner neuen Wahlheimat schnell zu Ruhm und führt die Brügger Malerei bald an. Seine breit erzählerisch angelegte, "bürgernahe" und lebensvolle Malerei im Realismus der "Ars Nova" erfreut sich großer Beliebtheit. Aus besten Brügger Kreisen, aber auch aus dem Ausland kommen die Aufträge in seine Werkstatt, da bedeutende Handelshäuser ihre Filialen in Brügge unterhalten. Altarblätter ebenso wie religiöse Szenen für den Privatgebrauch und Bildnisse zählen zu Hans Memlings Aufgaben, die er gemeinsam mit seiner Werkstatt ausführt. Sein bekanntestes Werk, das "Jüngste Gericht" (heute Nationalmuseum Danzig), malt Hans Memling etwa 30-jährig für den Italiener Angelo Tani, den die Medici als ihren Agenten nach Brügge gesandt haben.
Hans Memling (Jan van Memmelynghe, Jean Memlinc, Jan van Memnelinghe, Johannes Memmelinc, Hans Memmelink) ist als Gildemeister und Bruderschaftsmitglied wahrscheinlich in den höheren Kreisen Brügges etabliert. Im Jahr 1480 zumindest kann er sich den Kauf eines großen Steinhauses leisten, und bei der Besteuerung gilt er als vermögender Bürger.
Die zu seinen Lebzeiten überaus erfolgreiche Kunst Hans Memlings pflanzt sich nach seinem Tod im Jahr 1494 nicht in nennenswertem Umfang fort, da er keinen Schüler von überregionaler Bedeutung hinterlässt.