Harmensz. Rembrandt van Rijn
1606 Leiden
1669 Amsterdam
Das Frühwerk von Rembrandt umfasst die Leidener Jahre von 1626-1631. Hier entstehen vorwiegend kleinformatige Bilder mit biblischen Inhalten, deren Szene sich in dämmrigem oder durch Hell-Dunkel-Gegensatz dramatisiertem Bildraum abspielen. Die Bemühungen Rembrandts, den physiognomischen Ausdruck der dargestellten Personen in all seiner Vielfältigkeit zu zeigen, finden sich auch und besonders in seinen Radierungen, die etwa ab 1628 entstehen. In Leiden entstehen die ersten gemalten und radierten Kopfstudien, unter ihnen auch Selbstbildnisse, die sowohl als Selbstdarstellung als auch als Ausdrucksstudien für Affekte zu sehen sind.
Am Beginn der Amsterdamer Zeit und damit einer zweiten Schaffensphase steht das Gruppenbildnis "Anatomie des Dr. Tulp" (1632). Innerhalb des folgenden Jahrzehnts vollzieht sich einerseits eine Abmilderung des scharfen Hell-Dunkel-Kontrastes und des harten Naturalismus, andererseits eine zunehmende Farbigkeit, deren Höhepunkt in dem Schützenstück "Die Nachtwache" (1642) erreicht ist. Neben den biblischen Themen entstehen zahlreiche Bildnisse, die bei Rembrandt Harmensz. van Rijn als nun berühmtem Maler zahlreich in Auftrag gegeben werden. Zudem entstehen nun auch Landschaftsdarstellungen.
Auch das Werk der 1640er Jahre prägen bedeutende Bildnisse und Selbstbildnisse. Die Zeit bis etwa 1656 bringt Beruhigung, Vertiefung und Klärung im Werk Rembrandts. Er entnimmt der Bibel Bildthemen, die exemplarisch das menschliche Verhalten in Bewährungssituationen zeigen. Der Künstler findet immer wieder neue bildnerische Möglichkeiten der Menschendarstellung. Die äußere Repräsentation tritt zurück, die Haltungen werden elementar schlicht, voll innerer Kraft und Würde.
Ab 1656 verschwinden Landschaft und Stillleben wieder aus dem radierten und gemalten Werk. Die letzte Radierung entsteht 1661. In großformatigen Gemälden, mit tragischem oder versöhnlichem Inhalt, von glühender immaterieller Farbigkeit und aus der Tiefe des Bildes hervorbrechendem Licht, kreist Rembrandt im Spätwerk immer enger um wenige, ikonographisch vielschichtige Themen. Sie sind neben einer Reihe von immer kühner vereinfachten Rohrfederzeichnungen die letzten Werke. Die Rembrandt-Forschung hatte viele Jahre zum Hauptgegenstand die Zuschreibung von eigenhändigen Werken des Künstlers. Heute werden Rembrandt Harmensz. van Rijn etwa 230 Gemälden, ca. 290 Radierungen und weit weniger als 1.000 Handzeichnungen zugeschrieben.
Rembrandt Harmensz. van Rijn stirbt am 4.10.1669 in Amsterdam. Im ehemaligen Haus des Künstlers in Amsterdam ist heute das Rembrandt-Museum untergebracht.
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