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Heinz Trökes

Biografien
Heinz Trökes

*  1913 Hamborn bei Duisburg
† 1997 Berlin


Am 15.9.1913 in Hamborn/Rhein geboren. Nach dem Abschluss der Kunstgewerbeschule wird er bis 1936 Schüler von Johannes Itten in Krefeld. Anschließend lebt er von Textilentwürfen. In Paris begegnet er 1937 Kandinsky. Trökes erste Einzelausstellung findet in der Berliner Galerie Nierendorf 1938 statt. Sie wird von den Nazis geschlossen und führt zum Ausschluß aus der Reichskulturkammer und zum Ausstellungsverbot. Darauf siedelt er nach Zürich über, mit dem Ziel, nach Holländisch-Indien auszuwandern. Der Zweiten Weltkriege vereitelt seine Pläne, er kehrt nach Deutschland zurück. 1940 studiert er bei Georg Muche in Krefeld, er bricht ab, da er zur Flugabwehr nach Berlin eingezogen wird. Nach dem Krieg gründet Trökes mit Freunden die Galerie Gerd Rosen, die die erste private Kunstgalerie nach dem Krieg in Deutschland ist und wird bis 1946 deren künstlerischer Leiter. In den Folgejahren entstehen zahlreiche "kosmonautische Bilder". Nach einem nur einsemestrigen Aufenthalt als Dozent an der Staatlichen Hochschule für Architektur und Kunst in Weimar geht Trökes vorerst zurück nach Berlin, es folgen wichtige Einzelausstellungen und Beteiligungen zu Ausstellungen über deutsche Kunst. 1950 geht er kurzzeitig nach Paris, wo er sich mit Wols und Paul Celan befreundet und Anschluss an die Rixes-Gruppe um Matta, Serpan, Riopelle, Zanartu u.a. findet. Regelmäßig umgibt er sich mit André Breton, Perét, Duchamp, Toyen und Max Ernst in Paris. 1951 wandert er nach Ibiza aus. Dort entstehen Inselbilder mit topografischem Charakter. Fortan findet man Arbeiten Trökes auf allen wichtigen Ausstellungen über die deutsche Nachkriegskunst, der Maler wird mehrfach mit Preisen geehrt und verschiedene Museen richten Einzelausstellungen mit ihm aus. 1956-1958 leitet er die Abteilung für Freie Graphik an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Hamburg und widmet sich bevorzugt der Arbeit an Lithographien und Radierungen. Der Aufenthalt auf der griechischen Insel Aegina reduziert die starke Farbigkeit in Trökes bisherigen Bildern, die Stimmungen seiner Arbeiten werden stiller. 1962 beginnt er mit der Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, bevor er 1965 dem Ruf der Hochschule der Künste nach Berlin folgt (bis 1978). Ab 1966 widmet er sich wieder stärkeren Farben, die sich, durch seine unzähligen Reisen in alle Teile der Welt stark mit folkloristischen Elementen verbindet. 1972 ändert er wiederum seine Malweise. Jetzt sind es kleinformatige zweifarbige Bilder, die seine Arbeit bestimmen. Später experimentiert er zusätzlich mit Goldfarben, Chinatuschen und Email. In den 1970er-1980er Jahren richten namhafte Museen und Galerien Einzelausstellungen mit dem Maler aus. Sein Spätwerk dominieren heitere kleinformatige Bilder, die seine gesamte zeichnerische und malerische Erfahrung nochmals bündeln und eine große formale Freiheit ausdrücken. Heinz Trökes verstirbt am 22.4.1997 in Berlin.