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Hermann Blumenthal

Biografien
Hermann Blumenthal

*  1905 Essen
† 1942 nahe Kljasticy/Weißrussland


Hermann Blumenthal wird am 31. Dezember 1905 in Essen geboren. Nachdem sein Zeichentalent bereits zu Schulzeiten erkannt wird, beginnt Blumenthal 1920 frühzeitig eine Lehre als Steinbildhauer, die er 1924 abschließt. Schon während seiner Lehre belegt er Abend- und Sonntagskurse an der Essener Kunstgewerbeschule, der späteren Folkwang Hochschule, und nimmt später auch Unterricht im Modellieren und Aktzeichnen bei dem Bildhauer Joseph Enseling. 1925 beginnt Hermann Blumenthal ein Studium an den Vereinigten Hochschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin bei dem Bildhauer Wilhelm Gerstel, ab 1927 bei Edwin Scharff, dessen Meisterschüler er 1929 wird. 1928 stellt er erste Arbeiten in der Preußischen Akademie der Künste aus. Von den Vereinigten Staatsschulen, Berlin, erhält er im selben Jahr eine Bronzemedaille. 1929 wird Blumenthal Mitglied des Deutschen Künstlerbunds und beteiligt sich bis 1933 regelmäßig an Ausstellungen. Als Anerkennung seiner Werke erhält der junge Künstler 1929 den Preis der Stadt Köln, im Folgejahr den Großen Stadtpreis für Bildhauer der Preußischen Akademie der Künste und mit diesem einen neunmonatigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom. Blumenthals Stipendium in Rom nach Beendigung seiner Ausbildung 1931 wird von seiner Teilnahme an der III. Jahresausstellung der Villa Massimo gekrönt. Unter dem Eindruck der antiken Kunst festigt sich seine Formensprache zunehmend. Zurück in Deutschland bezieht er ein Atelier in einer Fabrikhalle in Nowawes bei Potsdam, 1935 dann einen Arbeitsraum in der Ateliergemeinschaft in der Klosterstraße, Berlin-Mitte, zu der auch Käthe Kollwitz gehört. Zu Ludwig Kasper, Gerhard Marcks und Toni Stadler, häufige Gäste im Atelier, entwickelt Blumenthal eine enge persönliche und künstlerische Beziehung. Nach einem erneuten Stipendium in Rom findet 1936 eine umfangreiche Ausstellung Blumenthals im Ausstellungsraum Karl Buchholz statt, doch offiziell wird sein Stil von den Nationalsozialisten nicht geschätzt. Während der 1937 stattfindenden Ausstellung „Junge Bildhauerkunst“ werden auch Blumenthals Werke beschlagnahmt. Als er von seinem Aufenthalt in Florenz, ebenfalls durch ein Stipendium finanziert, zurückkehrt, vernichtet Blumenthal daraufhin zahlreiche Arbeiten seines Frühwerks und versucht seinen Lebensunterhalt durch die Teilnahme an Wettbewerben und verschiedenen Projekten zu verdienen. 1940 wird Hermann Blumenthal zum Kriegsdienst eingezogen. Blumenthal bemüht sich um weitere Aufträge, die ihm die Entlassung aus der Armee ermöglichen, erhält jedoch nur Arbeitsurlaube. Am 17. August 1942 fällt der 36-jährige Hermann Blumenthal in Russland. Das künstlerische Schaffen Blumenthals wird im Rahmen zahlreicher Ausstellungen gewürdigt, darunter 2006 die große Werkschau „Sterngucker. Hermann Blumenthal und seine Zeit“ im Georg-Kolbe-Museum, Berlin, anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers.