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Hermann Obrist

Biografien
Hermann Obrist

*  1862 Kilchberg bei Zürich/Schweiz
† 1927 München


Der Schweizer Bildhauer und Kunsthandwerker Hermann Obrist wird 1862 in Kilchberg bei Zürich geboren. Er zählt zu den bedeutendsten Jugendstilkünstlern in München. 1985 beginnt Hermann Obrist in Heidelberg zunächst ein Studium der Naturwissenschaften und der Medizin. Er beschließt jedoch, Künstler zu werden. In Karlsruhe studiert er ab 1888 an der Kunstgewerbeschule. Ab 1889 lebt Hermann Obrist für einige Zeit in Paris, wo er als Bildhauer tätig ist. 1892 eröffnet er in Florenz zusammen mit der Schweizerin Berthe Ruchet eine Stickereiwerkstatt. Diese wird 1894 nach München verlegt, wo Hermann Obrist fortan lebt. 1895 entsteht Hermann Obrists berühmtestes Werk, "Der Peitschenhieb", ein großer Wandbehang mit gestickten Pflanzenmotiven, die zu flächengebundenen Liniengebilden umgeformt sind. Das Peitschenhieb-Motiv wird auch von anderen Künstlern, etwa August Endell, aufgegriffen. Er stellt die Pflanze in ihrer Gesamtheit dar, mit den fein verästelten Wurzeln, Blättern, dem sich windenden Stängel, Knospen, Blüten und Samenfäden. Ausgehend von seinen naturwissenschaftlichen Kenntnissen, der Faszination für die Natur findet Hermann Obrist zu ornamentalen Darstellungen, die typisch für den Jugendstil werden. Hermann Obrists florale Stickereien werden auch in der Zeitschrift "Pan" abgebildet. 1897 stellt er seine bestickten Textilien auf der "VII. Internationalen Kunstausstellung" im Münchner Glaspalast aus. Mit Bruno Paul, Bernhard Pankok und Richard Riemerschmid gehört Hermann Obrist 1897 zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk. Neben Wandbehängen und Keramiken gestaltet Hermann Obrist auch Möbel, Metallgerät sowie mehrere Denkmäler und Brunnen. In München baut sich Hermann Obrist in den 1890er Jahren nach seinen Entwürfen ein Haus, Richard Riemerschmid entwirft die Innenausstattung der Schlafzimmer, Bernhard Pankok gestaltet das Esszimmer und den Flur. Mit Wilhelm von Debschitz gründet Hermann Obrist 1902 in München eine Schule für Formgebung. Sowohl als Künstler wie auch als Lehrer gibt Hermann Obrist wichtige Anregungen für die Entstehung und die Entwicklung des Jugendstils in Deutschland.