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Hieronymus Bosch



um 1450 's-Hertogenbosch
vor 1516 's-Hertogenbosch

Hieronymus Bosch ist Mitglied der vermutlich aus Aachen stammenden Malerfamilie van Aken, die seit dem frühen 15. Jahrhundert in 's-Hertogenbosch nachweisbar ist. Er selbst wird dort 1474 erstmals erwähnt. Boschs künstlerische Anfänge liegen im Dunkeln, seine Ausbildung erhält er wohl beim Vater, Anthonius van Aken. Nach 1486 ist Bosch Mitglied der Lieve Vrouwe Broederschap, für die er mehrere Aufträge ausführt: u.a. um 1488/89 zwei Altarflügel mit "David und Abigail", 1491/92 eine Namenstafel der Mitglieder der Bruderschaft, 1493/94 Entwürfe für Glasfenster. Seine Werke werden auch von hohen Würdenträgern gekauft. 1504 erteilt ihm Philipp der Schöne von Burgund den Auftrag für den Altar mit dem "Jüngsten Gericht". Königin Isabella von Spanien besitz ebenso wie die Statthalterin der Niederlande, Margarethe von Österreich, Bilder des Künstlers. Bosch ist ein religiöser Maler mit einem starken Hang zur phantastischen, teils grotesk-satirischen Vision, zu pessimistischem Kommentar und mit großem Interesse für das Alltagsleben. Das macht sein Werk, das eine Einheit von Form und Inhalt bildet, zu einer der letzten profunden Artikulationen mittelalterlicher Weltsicht. Eine wichtige Rolle in Boschs Kompositionen nimmt die Landschaft ein, sie schafft die Stimmung und ist sehr direkt wahrgenommen. Die religiöse Ikonografie wird von ihm neu interpretiert. Boschs ungehemmte Phantasie widmet sich nicht so sehr der Welt des Unterbewusstseins, sondern gilt vielmehr der Verbildlichung jedes Themas, jeder Anspielung und jedes Symbols, die seinen Zeitgenossen geläufig sind. Seine Arbeiten sind in ihrer Zeit kein Suchbilder, sondern "Bilderbücher", die gelesen und verstanden werden. Boschs Werke in chronologischer Folge zu datieren ist nicht möglich, da viele seiner Originalarbeiten heute verloren sind und zahlreiche Kopien noch zu seinen Lebzeiten entstehen. Die Triptychen "Der Heuwagen" und "Der Garten der Lüste" sind in ihrer Urheberschaft allerdings vollständig gesichert, ebenso das Tafelbild des Escorial, das ehemals zum persönlichen Besitz Philipps II. von Spanien gehörte. Das bedeutende Gemälde "Das Narrenschiff" ist eines jener Werke, mit denen Hieronymus Bosch zum Bahnbrecher des zeitgenössischen Sittenbildes wird.

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