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Jacopo Tintoretto

Biografien
Jacopo Tintoretto

*  1518 oder 1519 Venedig
† 1594 Venedig


Als Sohn des Textilfärbers Battista Robusti 1518 in Venedig geboren, erhält Jacopo nach dessen Berufsbezeichnung "tintore" seinen Beinamen "Tinoretto". Nach einer kurzen Lehrzeit in Tizians Atelier orientiert sich der junge Künstler in seinen Frühwerken an der Farbkultur seines Lehrers und an der nachklassischen venezianischen Malerei eines Bonifazio de Pitati, Pordenone und Schiavone. 1547/48 unternimmt Tintoretto eine Reise nach Rom, die seine Auseinandersetzung mit der mittelalterlichen Kunst, v.a. mit Michelangelo, verstärkt. Beinahe vorwiegend in Venedig tätig, entwickelt sich Tintoretto neben Tizian und Veronese zu einem der Hauptmeister der venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Sein Frühwerk unterscheidet sich von diesen durch eine ihm eigene skizzenhafte Malweise, düsteres Kolorit und durch eine expressive Auffassung der religiösen Themen. Viele seiner Werke spiegeln die Widersprüche der Epoche wider und zeigen die Tragik des Humanismus. Das 1548 entstandene Werk "Markuswunder" leitet eine neue Phase seines Schaffens ein, die gekennzeichnet ist von einer stürmischen Bewegtheit kraftvoller Körper. Dabei ist die Diagonale fortan eines der wichtigsten Ausdrucksmittel für die unruhige Dramatik vieler Bilder, die Tintoretto in den folgenden Jahren malt (vgl. u.a. "Mariä Tempelgang", um 1555; "Christus heilt den Kranken", 1559). Gleichzeitig setzt mit diesem Werk von 1548 eine Reihe gesicherter, meist für Venedig geschaffener Werke ein, die in den großen Aufträgen für die Ausstattung der Scuola di S. Rocco zwischen 1564 und 1588, dem Gonzaga-Zyklus für Mantua, den Bildern für den Palazzo Ducale und den großen Altarbildern für venezianische Kirchen ihre Höhepunkte findet. Im Hauptwerk seines späten Schaffens, im "Abendmahl" von S. Giorgio Maggiore zeigt sich beispielhaft die Summe seiner künstlerischen Bestrebeungen: die für ihn typische Konstruktion eines tiefen Bildraumes, die den Raum betonende Anordnung der Figuren, die Rhythmisierung der Bildfläche, Lichtzentren und -richtungen und der körnige Farbauftrag mit trockenem Pinsel. Tintoretto gilt als Hauptmeister des venezianischen Manierismus und weist mit seinen Werken zugleich auf die folgende Epoche des Barock voraus.