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Jan van Eyck

Biografien
Jan van Eyck

*  um 1390(?) Maaseyck
† 1441 Brügge


Jan van Eycks Karriere beginnt 1422 am Hof Johanns von Bayern, des Grafen von Holland, zu einem Zeitpunkt, als Jan seine künstlerische Ausbildung bereits vollendet haben muss. 1425 tritt er schon als bekannter Künstler in die Dienste des burgundischen Herzogs Philipp des Guten, der ihn in Brügge zum "peintre et varlet de chambre" ernennt. Für diesen ist er in mehreren geheimen diplomatischen Missionen unterwegs, u.a. 1428/29 in Lissabon. Ende 1429 kehrt der Künstler in die Niederlande zurück und hält sich seitdem vermutlich hauptsächlich in Brügge auf. Die frühesten bisher bekannten Werke Jan van Eycks sind sieben Miniaturen des sogenannten Turin-Mailänder Stundenbuches aus der Zeit um 1415-17. Sie können als die frühesten und revolutionärsten Dokumente konsequenter Wirklichkeitsbeobachtung der neuzeitlichen Malerei bezeichnet werden. Das bedeutendeste Gemälde van Eycks vor dem berühmten Genter Altar ist der vor 1428 gestandene "Lebensbrunnen", der allerdings nur durch Kopien überliefert ist. Als wichtigste ikonografische und künstlerische Voraussetzung hat er Vorbildfunktion für das von van Eyck zwischen 1430 und 1435 gemalte Hauptwerk, den Altar in St. Bavo zu Gent mit der Anbetung des Lammes auf dem Mittelbild, mit Gottvater, Maria, den beiden Johannes, der Verkündigung, den Ureltern, Sybillen und Propheten und den Stifterbildnissen. Adam und Eva werden hier zum ersten Male völlig naturwahr erfaßt und gehören zu den frühesten genau studierten Aktfiguren der Kunstgeschichte. Herausragende Bedeutung kommt im Œuvre van Eycks dem autonomen Bildnis zu. Als einer der Begründer der Gattung des bürgerlichen Porträts, hebt van Eyck den realistisch erfassten Menschen in seinen Bildnissen in den Rang eines unverwechselbaren Individuums. Zu den frühesten signierten und datierten Werken zählt der sog. "Tymotheus" von 1432 und der "Mann mit der roten Sendelbinde". Unter den Porträts nimmt das des Ehepaares "Arnolfini" als ganzfiguriges Doppelbildnis von 1434 in einem bürgerlichen Innenraum eine einzigartige Stellung ein. Van Eycks Bildniskunst spielt auch in seinen drei Marienbildern eine bedeutende Rolle: in der "Madonna des Kanzlers Nicolas Rolin" (um 1435), der "Madonna des Kanonikus Georg van der Paele" (1436) und dem "Marientriptychon" (1437). Als ein Zeugnis für die höchsten künstlerischen Ansprüche van Eycks muss das "Verkündigungsdiptychon" (um 1437-41) gelten, auf dessen Tafeln die Malerei in perfektem Tromphe-l'œil steinerne Statuetten des Engels und der Maria imaginiert. Die Absicht, mit Malerei ein anderes Medium nachzuahmen, gibt auch einem anderen Spätwerk, der 1439 datierten "Hl. Barbara" seine ungewöhnliche künstlerische Form. Jan van Eyck übernimmt in der Bewältigung plastischer Werte, durch Neuheiten in der Gattung der Bildniskunst, durch atmosphärisch beobachtete Landschaften und durch die darstellerische Brillanz stofflicher Qualitäten eine für die folgenden Künstlergenerationen bahnbrechende Rolle.