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Jean-Étienne Liotard

Biografien
Jean-Étienne Liotard

*  1702 Genf
† 1789 Genf


Jean-Étienne Liotard gilt als einer der wichtigsten Pastellmaler des Rokoko.
Zur Welt kommt Jean-Étienne Liotard im Jahr 1702 in Genf als Sohn eines Juweliers. Die erste Ausbildung erhält Jean-Étienne Liotard bei dem Miniaturmaler Daniel Gardelle in Genf, bevor er 1723 ins Atelier von J.-B. Massé nach Paris wechselt.
Nach einer herben Enttäuschung bei der Bewerbung um den Pariser Akademiepreis spezialisiert sich Jean-Étienne Liotard, einem Rat von Le Moine folgend, ganz auf die Porträtkunst. In detailgenauer, lichter und glatter Pastell- und Miniaturmalerei entstehen zahlreiche Bildnisse von großer Zartheit und Verinnerlichung. Mit ihnen erwirbt sich Jean-Étienne Liotard rasch einen guten Ruf als Porträtist.
1736 kann Jean-Étienne Liotard mit Unterstützung des französischen Gesandten Marquis de Puysieux eine Reise nach Rom unternehmen. Neben den Alten Meistern lernt Jean-Étienne Liotard hier vor allem das Werk von Correggio kennen; auch erschließt er sich neue und wichtige Kundenkreise.
In Florenz kommt Jean-Étienne Liotard nicht zuletzt in Kontakt mit Sir William Ponsonby, den er ab 1738 auf eine umfangreiche Orientreise begleitet. In Konstantinopel wird Jean-Étienne Liotard sogar für nicht weniger als fünf Jahre ansässig. Die fremde Kultur fasziniert den Maler so sehr, dass er sich im türkischen Geschmack kleidet und ganz nach den Sitten der neuen Heimat lebt.
Dennoch zieht es Jean-Étienne Liotard zurück nach Europa. 1743 erreicht der Maler mit Turban und langem Bart Wien, wo er zahlreiche Aufträge vom Hof erhält. In der österreichischen Hauptstadt entsteht auch sein berühmtestes Werk, das "Schokoladenmädchen" (heute Dresden, Gemäldegalerie).
In der zweiten Hälfte der 1740er Jahre arbeitet Jean-Étienne Liotard neben Wien auch in Venedig, Darmstadt, Lyon und Genf. 1748 übersiedelt Jean-Étienne Liotard, mittlerweile längst eine gesamteuropäische Berühmtheit, wieder nach Paris, wo er bis 1753 wirken soll. Vor Aufträgen aus den höchsten Kreisen kann der international berühmte Bildnismaler sich kaum retten, obschon auch die Konkurrenz des hochbezahlten Porträtisten Maurice Quentin de La Tour ihm nun deutlich spürbar wird.
1753 weilt Jean-Étienne Liotard zunächst kurz in Lyon, reist dann nach London und schließlich nach Holland. 1757 kehrt er nach Paris zurück, bevor er sich 1758 nach langem Wanderdasein wieder in seiner Geburtsstadt Genf ansiedelt. Freilich unternimmt der rastlose Jean-Étienne Liotard weiterhin einige Reisen, doch bleibt sein Lebensmittelpunkt nun in Genf, wo er noch drei Jahrzehnte wirken soll.
1789 verstirbt Jean-Étienne Liotard in seiner Vaterstadt.