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Jean-Baptiste Greuze

Biografien
Jean-Baptiste Greuze

*  1725 Tournus
† 1805 Paris


Jean Greuze, der sich ab den mittleren 1750er Jahren Jean Baptiste nennt, wird 1725 im französischen Tournus als Sohn eines Dachdeckers geboren. Den Vater nennt Jean Baptiste Greuze, dem seine einfache Herkunft peinlich ist, später einen Architekten. Schon als Knabe zeigt sich das Talent des Jean Baptiste Greuze: Eine Anekdote berichtet, mit nur acht Jahren habe Jean Baptiste Greuze einen Kupferstich so exakt nachgezeichnet, dass er für das Original gehalten wird.
Seine Lehre zum Maler absolviert Jean Baptiste Greuze ab den ausgehenden 1740er Jahren bei Charles Grandon, einem Porträtmaler aus Lyon; 1750 wechselt er an die Pariser Akademie zu Charles-Joseph Natoire. Jean-Baptiste Pigalle schlägt den jungen Maler, seine Begabung erkennend, für die Mitgliedschaft in der Akademie vor, die er 1755 vorläufig erhält; sein Aufnahmegemälde liefert Jean Baptiste Greuze jedoch erst 1769 ab. Louis Gougenot ermöglicht dem begabten Nachwuchskünstler eine Studienreise nach Italien, deren Einfluss auf sein Schaffen umstritten ist.
Um 1757, nun nach Paris zurückgekehrt, beginnt eine erfolgreiche, bis in die Mitte der 1760er Jahre andauernde Phase für Jean Baptiste Greuze: Seine Gemälde im Geschmack des ausgehenden Rokoko, Genremalereien ebenso wie Porträts, zeigt er auf den "Salons", sie werden von der Kritik (Denis Diderot) gefeiert und von hochstehenden Persönlichkeiten rege gekauft. Nachahmer lassen nicht lange auf sich warten: Jean Baptiste Greuze selbst fördert die Verbreitung seiner Werke durch hochwertige Reproduktionsstiche. Auch bildet er zahlreiche Schüler aus, darunter die Tochter Anne-Geneviève Greuze, Marie-Geneviève Brossard de Beaulieu, Philiberte Ledoux und Constance Mayer.
In seinen besten Jahren ist auch die Ehe von Jean Baptiste Greuze - 1759 nimmt er die mit hoher Mitgift ausgestattete Anne-Gabrielle Babuti zur Frau - noch glücklich. Doch nach 1767 scheinen Kauflust und Treulosigkeit der Gattin Jean Baptiste Greuze mehr und mehr zuzusetzen, bis 1793 nur mehr die Scheidung als Ausweg bleibt.
Ab den späten 1760er Jahren beginnt der Stern des Jean Baptiste Greuze auch beruflich zu sinken: 1769 muss er einen großen Misserfolg mit seinem Aufnahmegemälde für die Akademie hinnehmen, woraufhin Jean Baptiste Greuze nicht mehr auf den "Salons" ausstellt. Seine Genremalereien zeigen nun einen strengeren, an Nicolas Poussins Barockklassizismus orientierten Stil. Spätestens in der Revolutionszeit, als auch der so modifizierte Rokoko nicht mehr "en vogue" ist, verliert Jean Baptiste Greuze aber an Ansehen und gerät zudem in Geldnöte. Im Jahr 1805 verstirbt der einst so erfolgreiche, mittlerweile aber verarmte Jean Baptiste Greuze in seinem Pariser Atelier.