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Jean-Baptiste Jouvenet

Biografien
Jean-Baptiste Jouvenet

*  1644 Rouen
† 1717 Paris


Jean-Baptiste Jouvenet gilt als bedeutender Meister des Louis-quatorze und als richtungsweisendes Bindeglied zwischen dem klaren Barockklassizismus Charles Lebruns und dem verspielten französischen Rokoko des 18. Jahrhunderts.

Jean-Baptiste Jouvenet war der berühmteste Spross der weit verzweigten Künstlersippe Jouvenet aus Rouen. Die Jouvenet, die möglicherweise aus Italien stammten (Giovinetto), sind seit dem 16. Jahrhundert in Frankreich nachweisbar und haben zahlreiche wichtige Maler und Bildhauer hervorgebracht. Jean-Baptiste Jouvenet, der auch als Jean III Jouvenet bekannt ist und den vielsagenden Beinamen "Le Grand", der Große, erhielt, war Sohn des Bildhauers Laurent II Jouvenet (genannt "Le Jeune", der Junge). Drei seiner vier Brüder wurden ebenfalls Maler, einer entschied sich für den Bildhauerberuf.

Nach einer ersten Ausbildung bei seinem Vater übersiedelte der 1644 in Rouen geborene Jean-Baptiste Jouvenet 17jährig nach Paris, wo er in der Werkstatt des berühmten Charles Lebrun unterrichtet wurde, der ihn auch als Mitarbeiter bei seinen großen Aufträgen für Versailles schätzte. In Paris trat Jean-Baptiste Jouvenet zudem in die Akademie ein, wo er später eine beispiellose Karriere machen sollte (1676 "Professeur-adjoint", 1681 "Professeur", 1705 "Directeur", 1707 "Recteur"). Nicht minder erfolgreich war offenbar das Eheleben von Jean-Baptiste Jouvenet, der mit seiner Gattin Marie 14 Kinder zeugte.

Ab 1713 behinderte eine rechtsseitige Lähmung seine Schaffenskraft, doch erreichte Jean-Baptiste Jouvenet bald auch mit der Linken außergewöhnliche Kunstfertigkeit. Sein letztes großes Werk, die ein Jahr vor seinem Tod entstandene "Heimsuchung Mariä" für Notre-Dame (heute Musée du Louvre, Paris), trägt die stolze Signatur: "Johannes Jouvenet, dextra paralyticus, sinistra pinxit 1716": "Jean Jouvenet, die Rechte gelähmt, mit der Linken gemalt 1716".

Größte Bedeutung erlangte Jean-Baptiste Jouvenet als Maler religiöser Sujets, wobei es ihm überzeugend gelang, sakrale Überhöhung mit Realismus zu vereinen. Sein Stil erzählt von italienischem Einfluss, was auch den Respekt bezeugenden Beinamen "Le Carrache de la France", "Der Carracci Frankreichs", bedingte. Mehr noch aber empfing Jean-Baptiste Jouvenet, nachdem er im Frühwerk die Strenge von Nicolas Poussin hoch geschätzt hatte, bald vom malerischen Pathos des Peter Paul Rubens.
Werke von der Hand Jean-Baptiste Jouvenets finden sich heute beispielsweise im Pariser Musée du Louvre, in den Uffizien in Florenz oder in der Ermitage in St. Petersburg.