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Johann Gottfried Schadow

Biografien
Johann Gottfried Schadow

*  1764 Berlin
† 1850 Berlin


Johann Gottfried Schadow, Gründungsvater der Berliner Bildhauerschule und herausragender Zeichner, rechnet zu den bedeutendsten Künstlern des Klassizismus.
Zur Welt gekommen 1764 in Berlin als Sohn des Saalower Schneidermeisters Gottfried Schadow und seiner Frau Anna Katharina, erlernte Johann Gottfried Schadow sein Handwerk zunächst bei Giovanni Battista Selvino, bevor er 15jährig ins Atelier von Jean Pierre Antoine Tassaert eintrat und nebenbei auch an der Berliner Kunstakademie studierte. Johann Gottfried Schadow drängte zur Skulptur, betätigte sich aber schon früh auch selbstständig als Grafiker und zeigte auf beiden Feldern große Begabung. Obwohl die Zeichen für eine rasche Karriere günstig standen, trieb die Leidenschaft den jungen Johann Gottfried Schadow zunächst aus Berlin fort: Mit seiner großen Liebe Marianne Devidels floh Johann Gottfried Schadow 1785 nach Rom, wo die beiden Ehe schlossen. In Rom blieb das Paar bis 1787, und Johann Gottfried Schadow konnte hier nicht nur seine Liebe genießen, sondern auch die Antiken studieren und Antonio Canova, dessen Werk ihn prägte, zum Freund gewinnen.
1787, zurück in Berlin, begann dank der Unterstützung des Staatsministers von Heinitz Johann Gottfried Schadows beispiellose Karriere: Er wurde 1788 Hofbildhauer, 1805 Vizedirektor, 1815 Direktor der Berliner Kunstakademie und schuf zahlreiche weltberühmte Skulpturen. Zu den bekanntesten und schönsten Werken des Frühklassizismus rechnet Johann Gottfried Schadows "Prinzessinnengruppe", das Doppelstandbild der preußischen Kronprinzessin Luise und ihrer Schwester Friederike (1795-1797), in dem sich aufs Schönste seine charakteristische Vereinigung von Idealismus und Realismus zeigt. Die Zeitgenossen bejubelten die bezaubernde Skulptur - die Halsbinde der Kronprinzessin, die diese notgedrungen aufgrund einer unschönen Schwellung zu tragen pflegte und die Johann Gottfried Schadow in seinem Werk nicht dem Ideal zu opfern gedachte, löste sogar eine Halsbinden-Mode unter den Damen der Gesellschaft aus. An dieser neuartigen naturalistischen Note in Schadows Klassizismus störte sich nicht zuletzt Goethe, der die Idealisierung der Kunst propagierte - der schriftliche Disput von Goethe und Johann Gottfried Schadow ist in die Geschichte eingegangen.
Großes leistete Johann Gottfried Schadow auch als Zeichner: Reizende Studienblätter und Bildnisse, die humoristischen Spottgrafiken auf Napoleon und andere satirische Blätter, virtuose Arbeiten in Feder, Kohle und Kreide, Radierungen, Zinkdrucke und seltener auch Lithografien seiner Hand haben sich erhalten. Besonders die späten Jahre, als ein Augenleiden Johann Gottfried Schadow plagte, widmete der Künstler in großem Maße den grafischen Künsten.
Der vielgeehrte Johann Gottfried Schadow, 1830 zum Ehrendoktor der Berliner Universität ernannt und 1842 mit dem Orden "Pour le mérite" ausgezeichnet, verstarb 1850 in seiner Geburtsstadt Berlin. Seine Werke befinden sich heute etwa in den Staatlichen Museen zu Berlin oder dem Museum Georg Schäfer in Schweinfurt.