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Johann Liss

Biografien
Johann Liss

*  1595 Oldenburg
† 1630 Venedig


Unter den Barockmalern des deutschsprachigen Raumes nimmt Johann Liss ohne Zweifel einen der ersten Ränge ein.
Über sein Leben ist nicht allzu viel bekannt: Johann Liss kommt um 1595 oder um 1597 im Oldenburger Land zur Welt, in der Gegend nördlich von Lübeck. Er wird wohl in eine Künstlerfamilie hineingeboren, denn es wird vermutet, dass sein Vater als Maler für die Herzöge von Holstein tätig ist. Auch die Mutter soll als Malerin arbeiten, was in dieser Epoche durchaus als Besonderheit zu werten ist.
Aller Wahrscheinlichkeit nach empfängt also der junge Johann Liss seine erste Ausbildung von den Eltern. Danach unternimmt er die Gesellenwanderung, die ihn zwischen 1614 und 1619 erst in die Niederlande führt. Haarlem, Amsterdam und Antwerpen sind Stationen der Reise. Seine frühen Malereien, insbesondere Interieurszenen, zeigen deutlich die Wirkung, die die niederländische Kunst auf den jungen Johann Liss ausübt.
Im Anschluss reist Johann Liss nach Paris und weiter nach Venedig (1621), von dort setzt er seinen Weg fort nach Rom. Ab 1622 ist Johann Liss in der Ewigen Stadt nachzuweisen. Hier tritt er auch dem "Schildersbent" bei, jener Vereinigung nordalpiner Maler, die für ihre wüsten und feucht-fröhlichen Feierlichkeiten berühmt und berüchtigt ist.
Nun hat Johann Liss bereits seinen kraftvollen und frühvollendeten, ausdrucksstarken Personalstil entwickelt, der Anregungen von Rubens, Domenico Fetti und des Caravaggismus aufgreift. Die kraftvoll bewegten Malereien des Johann Liss, vor allem religiöse Szenen wie das berühmte Gemälde von "Judith mit dem Haupt des Holofernes", scheinen die Kunstentwicklung in Teilen um viele Jahrzehnte vorwegzunehmen.
In den ausgehenden 1620er Jahren reist Johann Liss zurück gen Norden. In Venedig kommt er um 1629/30 an. In der Lagunenstadt aber wütet die Pest und reißt den jungen Maler in den Tod.