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Johann Melchior Spillenberger

Biografien
Johann Melchior Spillenberger

*  1628 Kaschau (Slowakei)
† 1679 Engelhartszell bei Passau


Der Maler und Radierer Johann Spillenberger, eine schillernde Figur der Barockkunst des deutschsprachigen Raumes, kommt im Jahr 1628 in Kaschau zur Welt. Das Örtchen liegt in der heutigen Slowakei, im ungarischen Grenzgebiet, und gehört damals zum Reich der Habsburger. Johann Spillenbergers Vater, der nicht näher bekannte Jänos Spillenberger, ist ebenfalls Maler und wird der erste Lehrer des Sohnes.
Johann Spielberger ist im Jahr 1658 in Leutschau bezeugt und reist danach nach Italien, wo er sich umfassend schult. In Venedig arbeitet Jan Spillenberger im Jahr 1660, besonders die Werke von Tintoretto beeindrucken ihn hier nachhaltig.
Danach reist Johann Spillenberger nach Augsburg. Hier kommt er zwischen 1660 und 1664 an. Er unterhält bald ein Atelier, in dem Johann Spilenberger bereits Aufträge auch aus anderen Städten ausführen kann. Johann Spillenberger erntet offenbar bereits zu dieser Zeit so viel Ruhm, dass er 1667 in den Reichsadelstand gehoben wird.
Am Beginn der 1670er Jahre zieht es Johann von Spillenberger nach Wien; der Habsburger-Kaiser Leopold I. erklärt den begabten Jan von Spilenberger hier zu seinem Hofmaler. Auch der hohe Adel Wiens schätzt Johann Spillenberger außerordentlich: Für diese Kreise arbeitet er nicht nur als Maler, sondern auch als Kunstagent.
In seinen Werken, Malereien ebenso wie nicht minder virtuosen Druckgrafiken, zeigt Johann Spillenberger seine Schulung an der Kunst des Venezianischen Rokoko und des Venezianischen Manierismus. Dem zuletzt genannten Stil verdankt er seine Vorliebe für gelängte Proportionen. Vor allem befasst sich Johann von Spillenberger mit bewegten Figurenkompositionen mythologischer oder christlicher Natur, denn auch aus kirchlichen Kreisen erhält Johann Spillenberger zahlreiche Aufträge.
1679 bricht in Wien die Große Pest aus. Die Seuche verbreitet sich rasch und zwingt Johann Spillenberger zur Flucht. Er macht sich auf nach Augsburg, doch kommt die Abreise zu spät: Die Pest hat Johann von Spilenberger bereits geschwächt, und der Maler verstirbt noch während der Reise im Jahr 1679 in Engelhartszell bei Passau.