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Johann Wilhelm Schirmer

Biografien
Johann Wilhelm Schirmer

*  1807 Jülich
† 1863 Karlsruhe


Johann Wilhelm Schirmer ist als Maler, als ein Gründungsvater der Jüngeren Düsseldorfer Schule und als Lehrerpersönlichkeit von herausragender Bedeutung für die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts.
Geboren wurde Johann Wilhelm Schirmer 1807 in Jülich im Département de la Roer, einer von weiten Wäldern und Auen eingerahmten Stadt. 17jährig entschied sich der junge Johann Wilhelm Schirmer für ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie - die Landschaftsmalerei faszinierte ihn dabei schon früh am meisten. Dieses Interesse führte dazu, dass Johann Wilhelm Schirmer gemeinsam mit Carl Friedrich Lessing (1808-1880) im Jahr 1827 einen "Landschaftlichen Komponierverein" gründete. Dieser "Landschaftliche Komponierverein" wurde die Keimzelle der "Jüngeren Düsseldorfer Malerschule", welche bald die nazarenisch geprägte "Ältere Düsseldorfer Malerschule" ablösen sollte. Eine neue Akademieklasse, in der die Studenten speziell die Landschaftsmalerei erlernen konnten, war bald eingerichtet. Johann Wilhelm Schirmer übernahm 1831 ihre Leitung zunächst als Lehrer, ab 1839 als ordentlicher Professor.
1855 übersiedelte Johann Wilhelm Schirmer nach Karlsruhe, wohin er als Gründungsdirektor der großherzoglichen Kunstschule berufen war. Dort wirkte Johann Wilhelm Schirmer bis zu seinem Tod, der ihn 1863 in Karlsruhe mit nur 56 Jahren ereilte.
Das Oeuvre von Johann Wilhelm Schirmer gliedert sich in die vorbereitenden Skizzen und Zeichnungen einerseits, in die Landschaftsgemälde andererseits. Die grafischen Blätter entstanden nicht selten vor Ort und sind von erfrischender Natürlichkeit. Auch auf seinen vielen Reisen, etwa nach Italien, Frankreich und in die Schweiz, begleitete Johann Wilhelm Schirmer seine Skizzenmappe. Seine romantisierenden, stimmungsvollen Landschaftsgemälde schuf Johann Wilhelm Schirmer auf seinem grafischen Werk aufbauend als akribisch vorbereitete Atelierkompositionen, dabei die Skizzen oft versatzstückhaft zu einer neuen, idealen Landschaft zusammenfügend. Bestimmte Motive variierte Johann Wilhelm Schirmer immer wieder, so etwa den "Sonntagmorgen". Als Lehrer gab Johann Wilhelm Schirmer seine Ideen von der Landschaftskunst über die Jahre an mehr als 300 Schüler weiter, darunter Andreas und Oswald Achenbach oder Arnold Böcklin.
Von der großen Bedeutsamkeit Johann Wilhelm Schirmers zeugen nicht zuletzt zahlreiche Ausstellungen seines Oeuvres in jüngster Zeit, so etwa "Ein bläulich silbriger Duft der Ferne - Schirmer in Italien" (museum kunst palast Düsseldorf, 2010), "Die weite Ferne so nah - Schirmers Reiseskizzen" (Clemens-Sels-Museum Neuss, 2010) oder "Wie Bilder entstehen - Einblicke in Schirmers Atelier" (LVR-LandesMuseum Bonn, 2010-2011).