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Joseph Anton Koch

Biografien
Joseph Anton Koch

*  1768 Obergiblen/Tirol
† 1839 Rom


Joseph Anton Koch wird am 27. Juli 1768 in Obergiblen im Lechtal geboren. Dank der Unterstützung des Bischofs von Augsburg erhält er bereits als 15-Jähriger die erste Ausbildung: Zunächst am Priesterseminar in Dillingen, es folgt der Besuch einer Bildhauer-Werkstatt in Augsburg und schließlich studiert Koch seit 1785 an der Hohen Karlsschule in Stuttgart. 1791 entzieht er sich der dort herrschenden strengen Zucht und flieht, von den freiheitlichen Ideen der Französischen Revolution Revolution beseelt, nach Straßburg. Das fanatische Treiben der Jacobiner, denen er sich kurzfristig anschließt, veranlasst ihn jedoch schon im folgenden Jahr in die Schweiz zu gehen, wo er sich in den Alpen intensiv zeichnend und aquarellierend dem Studium der Natur widmet. Hier erwirbt sich Koch einen reichen Schatz an Landschaftsmotiven, auf die er in seinen späteren Gebirgslandschaften immer wieder zurückgreift. 1794 überquert Koch zu Fuß die Alpen nach Italien, ausgestattet mit einem Stipendium seines Mäzens George Nott. Nach kurzem Aufenthalt in Neapel lässt er sich im Frühjahr des folgenden Jahres in Rom nieder, wo er sich der Gruppe der "Deutsch-Römer" anschließt. Mit Johann Christian Reinhart und Asmus Jakob Carstens gehört Koch zu den Künstlern, die in erklärter Opposition zum Vedutenstil des Hackert-Kreises die heroisch klassische Landschaftsauffassung vertreten. Mit dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen teilt er sich eine Wohnung in der Via Sistina. Erst um 1803 beginnt Koch mit der Ölmalerei und es entstehen nun die frühen richtungsweisenden Arbeiten seiner Kunst, wie die "Heroische Landschaft mit Regenbogen" (Karlsruher Kunsthalle) oder der "Schmadribachfall" (Museum Leipzig). Die malerische Landschaft der Campagna Romana und besonders der Ort Olevano Romano werden für mehr als dreißig Jahre sein Sommerdomizil und Quelle künstlerischer Inspiration. Um 1810 steht Koch in enger Beziehung zur Künstlergruppe der "Nazarener", wird Mentor junger deutscher Künstler wie J.F. Overbeck, Franz Pforr und J. Schnorr von Carolsfeld. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Wien kehrt Koch 1815 nach Rom zurück, wo er die letzten Lebensjahre verbringt. Den Höhepunkt seiner jahrelangen Auseinandersetzung mit Dantes Dichtung bilden seine Wandfresken im Dantezimmer des Casino Massimo (1824-29) in Rom, die großen Einfluss auf die nachfolgende Künstlergeneration haben. Joseph Anton Koch darf als einer der bedeutendsten unter den deutsch-römischen Malern und Erneuerer der Landschaftsmalerei zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesehen werden.