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Julia Margaret Cameron

Biografien
Julia Margaret Cameron

*  1815 Kalkutta, Indien
† 1879 Sri Lanka


Julia Margaret Cameron (geb. Pattle) ist ohne Zweifel eine Schlüsselfigur in der Geschichte der Fotografie.
Geboren 1815 in der englischen Kolonie Kalkutta, wurde Julia Margaret Cameron zur Schulbildung nach Frankreich und England geschickt, lebte aber mit ihrem Gatten, dem Juristen Charles Hay Cameron, bis zu dessen Pensionierung 1848 auf Ceylon. Danach ließ sich die Familie, der sechs Kinder geschenkt wurden, auf der Isle of Wight nieder.

Die Karriere als Hausfrau und Mutter sollte Julia Margaret Cameron aber nicht genügen: 1863, schon 48jährig, begann sie mit einer Plattenkamera, einem Geschenk einer ihrer Töchter, zu fotografieren. Größte Bedeutung haben Julia Margaret Camerons Porträtaufnahmen berühmter Persönlichkeiten aus ihrem Bekanntenkreis erlangt: Charles Darwin, der Astronom Sir John Herschel, der Historiker Thomas Carlyle und der Dichter Alfred Lord Tennysson zählten zu ihren Modellen; besonders die Close-Ups sind von großer Eindringlichkeit. Um 1870 wandte sich Julia Margaret Cameron allegorischen Kompositionen zu, für die ihr ebenfalls Freunde Modell standen (z.B. "Der Friedenskuss - G.F. Watts und seine Kinder", um 1867).
Stilistisch stehen Julia Margaret Camerons Aufnahmen den Bildprinzipien der Malerei der "Präraffaeliten" nahe und erweisen sich somit als frühe und wegweisende Ausprägungen der piktorialistischen Fotografie. Technisch verwendete Julia Margaret Cameron, die eine Vorliebe für weichzeichnende Linsen hatte, das nasse Kollodium-Verfahren zur Entwicklung ihrer Platten.
Als sie 1875 mit ihrem Mann nach Ceylon zurückkehrte, gab Julia Margaret Cameron die Fotografie wieder auf. Vier Jahre später, 1879, verstarb sie.

Julia Margaret Camerons stilbildendes Werk, das von Alfred Stieglitz und der "Photo-Secession" wieder entdeckt wurde, ist heute in bedeutenden internationalen Sammlungen vertreten. 1999 wurde sie mit der Ausstellung "Julia Margaret Cameron's Women" im New Yorker Museum of Modern Art geehrt; 2003/2004 zeigte die National Portrait Gallery in London gemeinsam mit dem National Museum of Photography, Film & Television in Bradford die Werkschau "Julia Margaret Cameron, Photographer".