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Karl Hartung

Biografien
Karl Hartung

*  1908 Hamburg
† 1967 Berlin


Karl Hartung gehört zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Er ist einer der Vorreiter der Abstraktion in der Plastik. Sein erstes vollkommen abstraktes Werk (Durchlöcherte Form) entsteht schon 1935 und bereits ab 1933 ist in seinem Werk eine deutliche Abkehr von der Gegenständlichkeit hin zur Abstraktion zu erkennen. Bekannt ist er für seine in der Formensprache stark auf das Wesentliche reduzierten, kraftvollen, monumentalen Plastiken aus Bronze und Skulpturen aus Holz, Stein und anderen Materialien und seine opulenten Darstellungen des menschlichen Körpers. Parallel zu seinem bildhauerischen hat er auch ein umfangreiches, eigenständiges zeichnerisches Werk geschaffen. Im Jahr 1908 als Sohn eines Tischlers in Hamburg geboren, beginnt er seine künstlerische Ausbildung nach dem Abschluss einer Holzbildhauerlehre in Hamburg (1923-25) mit einem Studium an der staatlichen Hochschule für freie und angewandte Kunst in Hamburg, u.a. bei Johann Michael Bossard. 1929 folgt ein Studienaufenthalt in Paris, welches ihm Einblick in das Werk Rodins, Maillols, Despiaus und Bourdelles ermöglicht. Im gleichen Jahr werden seine Arbeiten bereits zum ersten Mal in Hamburg ausgestellt. 1935 heiratet er die Malerin Ilse Quast und lässt sich mit ihr in Berlin nieder. Seine abstrakten Werke entstehen nun unter dem Mantel der Geheimhaltung. Ausstellungsbeteiligungen mit figürlichen Arbeiten sind zu der Zeit weiterhin möglich. Sein weiterer Lebensweg ist von zahlreichen Begegnungen und Bekanntschaften mit anderen Künstlern geprägt, wie z.B. mit Brancusi, Arp, Laurens und Picasso. 1946 findet seine erste größere Einzelausstellung in Berlin in der Galerie Gerd Rosen statt. Es gelingt ihm nun endgültig der künstlerische Durchbruch und mit seinen schon in den Dreißigern heimlich geschaffenen abstrakten Werken schafft er es, sich als ein angesehener Vertreter der Klassischen Moderne zu etablieren. 1947 wird seine Tochter Hanne geboren. Es folgt eine rege repräsentative Ausstellungstätigkeit auf nationaler und internationaler Ebene mit Plastiken und auch Zeichnungen, die stark vom Informel geprägt sind. Er folgt dem Ruf Karl Hofers 1950 an die Berliner Hochschule für Bildende Künste und erhält eine Professur für Bildhauerei. Karl Hartung erfährt zahlreiche Ehrungen mit Künstlerpreisen und bekommt viele öffentliche Aufträge, u.a. einen Quellenraum für die Weltausstellung in Brüssel, die Wachsenden Flügel für den Ernst Reuter-Platz in Berlin und die Säule Columna im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, uvm. Nach dem Tod Karl Hofers wird er 1955 Vorsitzender des deutschen Künstlerbundes. Hartung hat über all die Jahre seine ganz eigene Formensprache gefunden und konsequent weiterentwickelt, figürlich beginnend, hin zur Abstraktion und letztendlich einen Mittelweg zwischen Figürlichkeit und Abstraktion verfolgend. Er stirbt trotz schwerer Krankheit unerwartet 1967 in Berlin.