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Biografien
Le Corbusier

*  1887 La Chaux-de-Fonds
† 1965 Roquebrune-Cap-Martin


Le Corbusier, der am 6. Oktober 1887 als Charles-Edouard Jeanneret in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz geboren wurde, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Architektur und ihrer Theorie im 20. Jahrhundert. Sein vielfältiges Werk umfasst neben der Baukunst auch Malerei, Graphik, Möbeldesign und Skulptur. Diese Vielfalt spiegelt seine erste Ausbildung wider, die Le Corbusier als Maler, Graveur und Goldschmied, schließlich auch als Architekt, zunächst in seiner Heimatstadt empfangen hatte. Studienreisen durch Griechenland, Italien und die Türkei sowie Arbeitsaufenthalte in Berlin bei Peter Behrens und in Paris bei Auguste Perret vervollständigten die Schulung. Insbesondere bei Behrens und Perret kam Le Corbusier mit den modernen Strömungen in Kontakt, die seine frühe Wendung gegen den historisierenden Eklektizismus begünstigten und die in seinem ersten bedeutenden Werk, der Stahlbeton-Skelettkonstruktion "Domino" für einen normierten, seriellen Bau von Wohnhäusern, deutlich wurden.
1917, nach einigen Jahren als Lehrer an der Kunsthochschule in La Chaux-de-Fonds, übersiedelte Le Corbusier nach Paris, wo er seiner Kunstanschauung auch theoretisch Ausdruck verlieh. 1919 fungierte Le Corbusier als Mitherausgeber und -begründer der Zeitschrift "L`Esprit Nouveau", die zum Sprachrohr seiner Ideen werden sollte. Ein Jahr zuvor hatte Le Corbusier gemeinsam mit Amédée Ozenfant das Manifest des "Purisme" unter dem Titel "Après le Cubisme" publiziert. Gefordert wurde, reagierend auf die Verwandlungen des orphischen und synthetischen Kubismus, eine Rückkehr zur reinen Form. Die angestrebte, alle Künste ergreifende und rational-reduzierte Darstellungsweise sollte, den Bauhaus-Ideen vergleichbar, Standardisierung und serielle Fertigung integrieren.
In den 1920er Jahren folgte mit den "Fünf Punkten zu einer neuen Architektur" ein nächster und wesentlicher architekturtheoretischer Beitrag von Le Corbusier. Demnach sollte die Ästhetik der modernen Baukunst, die durch ein neues statisches System und die Verwendung zeitgemäßer Baustoffe möglich wurde, geprägt sein von "Pilotis" (freistehenden Pfeilern im Erdgeschoss, die das Gebäude "tragen"), Dachgärten (Flachdach statt Steildach), einer freien Grundriss- und Fassadengestaltung sowie einer Verwendung langer Fensterbänder anstelle von Hochfenstern. Exemplarisch zeigen sich die "fünf Punkte" in der Villa Savoye in Poissy (1929-31) oder in den Bauten für die Stuttgarter Weißenhofsiedlung (1927).
Zur gleichen Zeit entstanden große städtebauliche Konzepte und Visionen wie der Pariser "Plan Voisin" (1925) oder die "strahlende Stadt" (1930). Strukturmodul der modernen Stadt sollte die Großwohneinheit sein, die Le Corbusier seit "Domino" stetig weitergedacht hatte ("Citrohan"-Haus; "Immeubles-Villes"). Mit dem Wohnkomplex "Unité d'habitation" in Marseilles, einer serienmäßig erschaffenen "Hausstadt" mit 337 Wohnungen, konnte Le Corbusier 1945-53 seine Ideen exemplarisch verwirklichen. Ähnliche Projekte wurden in Nantes, Berlin und Briey-en-Forèt realisiert, wodurch (nicht immer nur positiv) der Wohnblockbau der 1960er Jahre angeregt wurde.
Im Spätwerk konzentrierte sich Le Corbusier auf den Einzelbau. Berühmtestes Beispiel ist die kurvige Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamps - ein keineswegs nur rein funktionales Objekt: Den Spätstil von Le Corbusier kennzeichnet eine subjektive, überhöhte und ausdrucksstarke Formensprache. Am 27. August des Jahres 1965 verstarb Le Corbusier 78jährig und hinterließ ein ebenso umfangreiches wie vielfältiges Oeuvre.

Gans, Deborah: The Le Corbusier Guide, Princeton 1987.


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