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Leonor Fini

Biografien
Leonor Fini

*  1908 Buenos Aires
† 1996 Paris


In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires kommt 1908 die bedeutende Surrealistin Leonor Fini zur Welt. Als sie gerade einmal ein Jahr alt ist, ist ihre Mutter zur Flucht vor dem eigenen Gatten gezwungen und reist mit der kleinen Leonor nach Triest. Dort muss das Kind jahrelang Jungenkleider tragen, um vor einer Entführung sicher zu sein.
Leonor Fini, die zu einer kleinen Rebellin heranwächst und sich gegen Autoritäten stets auflehnt, befasst sich schon in ihren bewegten Kindertagen mit Malerei und Zeichnung. Sie wird Künstlerin, obwohl sie - keine Seltenheit für eine Frau in diesen Jahren - niemals eine akademische Ausbildung absolviert. Trotzdem kann Leonor Fini mit gerade einmal 17 Jahren ihre erste Einzelausstellung in Triest bespielen.
Als junge Frau übersiedelt Leonor Fini in den mittleren 1930er Jahren nach Paris. Hier findet sie rasch Anschluss an die Surrealisten, befreundet sich mit Giorgio De Chirico, Man Ray, Salvador Dalí und Max Ernst. Zu André Breton, dem selbsternannten Anführer der Bewegung, hat sie eine zwiespältige Meinung, weshalb Fini auch kein reguläres Mitglied der Gruppierung wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen schwierige Jahre Leonor Fini in Mailand und Rom zubringt, kann sie 1945 nach Paris zurückkehren.
Leonor Fini ist durch und durch Exzentrikerin. Sie verehrt nicht nur Katzen auf eine geradezu kultische Weise, sondern liebt auch den großen Auftritt, etwa auf Maskenbällen. Ihre Kunst stimmt zu ihrer Persönlichkeit: In Anlehnung an die Übersteigerungen des Manierismus, an Johann Heinrich Füssli und die "schwarzen Romantiker", an den Symbolismus namentlich eines Gustav Klimt und natürlich ganz im Sinne des modernen Surrealismus entstehen fantastische Figurationen. Dramatische und zugleich visionär entrückte, zwischen Erotik und Angst oszillierende Beziehungsgeflechte stehen im Zentrum des häufig seriell konzipierten Schaffens. Auch als Porträtmalerin, Illustratorin, Bühnenbildnerin und Kostümkünstlerin ist Leonor Fini höchst gefragt.
Im Jahr 1996 verstirbt Leonor Fini, deren Werke in so renommierten Museen wie der Londoner Tate Modern und dem Centre Georges Pompidou in Paris zu sehen sind, hochbetagt in ihrer Wahlheimat Paris.