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Lotte Laserstein

Biografien
Lotte Laserstein

*  1898 Preussisch-Holland
† 1993 Kalmar/Schweden


Lotte Meta Ida Laserstein wird am 28. November 1898 in Preußisch Holland geboren. In der Malschule ihrer Tante Elsa Birnbaum kommt sie erstmals mit der Kunst in Berührung und ihr Wunsch, Malerin zu werden, wächst. Im Jahr 1912 zieht sie mit ihrer Familie in die neue Heimat Berlin. Kurz nach Aufhebung des Studienverbots für Frauen 1918 beginnt Lotte Laserstein dort zunächst ein Studium der Kunstgeschichte, besucht jedoch bald parallel die Schule für Gebrauchsgrafik bei Adolf Propp und anschließend die Kunstschule von Leo von König. Ihren Traum einer Akademieausbildung kann sie sich 1921 erfüllen. Als Meisterschülerin Erich Wolfsfelds beendet sie ihr Studium 1927 mit Auszeichnung und entwickelt sich schnell zu einer erfolgreichen Bildnismalerin der Weimarer Republik. Das Frühwerk Lasersteins lässt eine detaillierte, sachliche Realitätserfassung erkennen, weist jedoch auch eine gewisse Distanz zu den glatten, häufig überzeichneten Darstellungen der zu jener Zeit weit verbreiteten Neuen Sachlichkeit auf. In den zahlreichen Porträts und Selbstdarstellungen inmitten eines vorwiegend großstädtischen Umfelds kommt ein emanzipiertes, selbstbewusstes Frauenbild zum Ausdruck. Zu Lotte Lasersteins beliebtestem Model wird ihre enge Freundin und Muse Traute Rose.
Häufig stellt Lotte Laserstein in ihren Bildnissen Typen des modernen Zeitalters dar, eine Tendenz, die sich auch bei anderen Künstlern der Zeit zeigt. Das durchdacht arrangierte Kompositionstalent Lasersteins offenbart sich verstärkt in einigen um 1930 entstandenen großformatigen Tableaus. Im Zuge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verschlechtern sich Lotte Lasersteins Arbeitsbedingungen zunehmend. Zur „Dreivierteljüdin“ erklärt, folgen bald die gesellschaftliche Ausgrenzung und der Ausschluss aus dem Verein der Berliner Künstlerinnen. Allein der jüdische Kreis bietet ihr vereinzelte Ausstellungsmöglichkeiten. Im Jahr 1937 gelingt es Laserstein dank einer Ausstellung in der Stockholmer Galerie Moderne, Deutschland mit einem Großteil ihrer Bilder zu verlassen. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, im schwedischen Exil Fuß zu fassen, kann sie sich als Porträt- sowie Freilichtmalerin etablieren und gewinnt in einer Reihe Selbstporträts allmählich ihre künstlerische Sicherheit zurück. In die deutsche Heimat kehrt sie auch nach Kriegsende nicht mehr zurück. Gegen Mitte der 1970er Jahre findet ihr Werk erneuten Aufschwung und öffentliche Anerkennung. Im Jahr 1977 wird Lotte Laserstein der Kulturpreis der Stadt Kalmar verliehen. Im darauffolgenden Jahr widmet man ihr dort, anlässlich des achtzigsten Geburtstags, eine umfangreiche Retrospektive. Der endgültige Durchbruch gelingt mit einer Doppelausstellung im Jahr 1987 in London. Am 21. Januar 1993 verstirbt Lotte Laserstein im Alter von 94 Jahren in Kalmar. Zwischen 2003 und 2006 wurden die Werke der Künstlerin in mehreren Retrospektiven in Schweden sowie im Museum Ephraim-Palais in Berlin ausgestellt.


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