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Lucas Cranach d.Ä.

Biografien
Lucas Cranach d.Ä.

*  1472 Kronach
† 1553 Weimar


Lucas Cranach dürfte bei seinem Vater dem Maler Hans gelernt und nach mutmaßlicher Wanderschaft, in dessen Werkstatt von ca. 1495 bis 1498 gearbeitet haben. 1502 und '03 ist seine Anwesenheit in Wien belegt. Im Stil seiner Frühwerke vereinen sich expressive und lyrisch-romantische Züge. Dabei kommt es zu einer bisher kaum gekannten Einbeziehung der Landschaft, die seine Werke in die Nähe der sog. "Donauschule" stellen. Die eigentliche Hauptquelle des Wiener Stils stellen die Holzschnitte Dürers aus der Phase seiner "Apokalypse" dar, die Cranach in den gefertigten Blättern einer geplanten Holzschnitt-Passion nachahmt. Hauptstätte seines künstlerischen Wirkens wird danach Wittenberg, wo er seit 1505 als Hofmaler des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen und seiner beiden Nachfolger tätig ist. Hier steht er einer großen Malerwerkstatt mittelalterlicher Prägung vor, in der seine vielfältigen Bilderfindungen in zahlreichen Varianten produziert werden. Eine Reise in die südliche Niederlande 1508/09 wirkt sich in Einflüssen durch Quentin Massys aus und führt zu einer neuen Klarheit des Bildaufbaus (u.a. im Altar der "Heiligen Sippe" von 1509). In den Zehner und Zwanziger Jahren entstehen neben religiösen Bildern und Bildnissen der Aristokratie eine Reihe wichtiger Holzschnitt-Folgen, u.a. 1509 die 14 Bll. der Passion, um 1515 eine Serie der Apostelmartyrien und 1521 die "Passional Christi und Antichristi". Die Reformation hat ab 1517 weitreichende persönliche und künstlerische Folgen für Cranach. Als Porträtist Luthers wird der Künstler zum Protagonisten und zum Begründer einer protestantischen Ikonografie. Dem 1521 entstandenen Bildnis "Luther als Augustinermönch" folgen in mehreren Etappen weitere Porträts, die zu den Hochleistungen der Bildniskunst zählen und im Sinne einer lutherischen Bildnis-Offensive und Sympathiewerbung verbreitet werden (u.a. "Junker Jörg" von 1521). Die religiöse Bilderkritik bewirkt ein ständiges Vordringen der profanen Themen. Nachdem mit der lebensgroßen Petersburger "Venus mit Amor" bereits 1509 der Anfang gemacht ist, häufen sich ab 1520 mythologische Themen, in denen die Schönheit des menschlichen nackten Körpers gefeiert wird. Um 1530 hat Cranach seinen endgültigen Stil gefunden. Die Religionskriege führen zu tiefgreifenden Veränderungen im Leben des alten Malers. Als 70jähriger nimmt er als Bildberichterstatter an der Belagerung von Wolfenbüttel teil. 1550 übergibt Cranach die zur Manufaktur ausgeweitete Werkstatt seinem Sohn und folgt Johann Friedrich den Großherzigen als Hofmaler in dessen neue Residenz nach Weimar. Als Hauptmeister der "sächsisch-mitteldeutschen Schule", Begründer eines erfolg- und einflussreichen Stils und Werkstattbetriebes, sowie einer Künstlerdynastie stirbt Lucas Cranach d.Ä. 1553 in Weimar.