Marcel Breuer
1902 Pècs/Ungarn
1981 New York
Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris avancierte Marcel Breuer 23jährig zum "Jungmeister" am Bauhaus, dessen Möbelwerkstätte er - nun in Dessau - leitete. Noch im selben Jahr, 1925, entwickelte Marcel Breuer mit dem wegweisenden und zeitlosen Sessel "B3" den ersten Stahlrohrstuhl, der heute (nach der Betitelung in der Neuproduktion der 1960er Jahre) als "Wassily"-Stuhl bekannt ist. Der neue Möbelwerkstoff sollte in den darauffolgenden Jahren einen Siegeszug antreten: Zahlreiche Entwürfe Marcel Breuers gingen ab 1927 bei seiner selbst gegründeten Firma "Standard-Möbel" in Berlin (die eigenmächtige Firmengründung sorgte am Bauhaus für die sogenannte "Breuer-Krise") und etwas später bei Thonet in Produktion. Schon bald war das Stahlrohrmöbel regelrecht zu einem Symbol des "Neuen Wohnens" geworden.
Im April 1928 verließ Marcel Breuer das Bauhaus, um einer alten Leidenschaft zu folgen, und gründete in Berlin ein Architekturbüro. Aber während er im Möbeldesign und in der Innenarchitektur sehr produktiv blieb, schafften es seine architektonischen Projekte nicht über das Reißbrett hinaus. Erst 1932 konnte Marcel Breuer mit dem Wiesbadener "Haus Harnischmacher" konkret tätig werden; zwei Jahre darauf stellte er in Zusammenarbeit mit Alfred und Emil Roth beim Bau der Zürcher Doldertal-Häuser in Stahlskelett-Bauweise sein Können unter Beweis.
Zwischenzeitlich war die nationalsozialistische Diktatur über Deutschland hereingebrochen. 1933/34 hielt sich Marcel Breuer, der als ungarischer Jude besonders bedroht war, vorrangig in Budapest und der Schweiz auf, bis er 1935 nach London emigrierte. Sein dort eröffnetes Architekturbüro realisierte etwa den "Gane-Pavillon" in Bristol (1936), der erstmals einen für Marcel Breuers spätere Projekte charakteristisch gewordenen Stilgriff aufweist: die Kombination traditioneller Materialien wie Holz und Naturstein mit modernen Werkstoffen.
Ein Jahr später folgte Marcel Breuer einem Ruf an die Harvard University, wo er mit Gropius zusammenarbeitete. Die beiden, die sich bereits vom Bauhaus kannten, gründeten gemeinsam ein Architekturbüro in Cambridge/Mass., nach dessen Auflösung Marcel Breuer 1941 wieder selbständig arbeitete. Der Zweite Weltkrieg vereitelte jedoch größere Aufträge. Erst nach dem Krieg - das Büro nun in New York, die Lehre aufgegeben - besserte sich die Auftragssituation, und Marcel Breuer verwirklichte insbesondere in Neuengland mehrere Privathäuser. Zu weltweiter Anerkennung als Architekt gelangte Marcel Breuer aber erst mit der Mitarbeit am Pariser UNESCO-Gebäude (1953). Im selben Jahr begannen die Arbeiten am Kaufhaus "De Bijenkorf" in Rotterdam, das Marcel Breuer gemeinsam mit Abraham Elzas umsetzte; weitere Großprojekte in den 1950er und 1960er Jahren folgten.
Am ersten Juli 1981 verstarb Marcel Breuer in New York.
Vgl.: Droste, Magdalena und Ludewig, Manfred: Marcel Breuer. Design, hrsg. vom Bauhaus-Archiv Berlin, Köln 1992.
Kerkovius, Ida
Auktion 392 - 09.06.12
Lot 102 - noch 18 Tage
Öl 1950
14.000 EUR
Gebot abgeben
Detailansicht
2 weitere Angebote
Kandinsky, W.
Auktion 392 - 09.06.12
Lot 73 - noch 18 Tage
Tuschfederzeichnung 1930
40.000 EUR
Gebot abgeben
Detailansicht
5 weitere Angebote
Schlemmer, O.
Auktion 392 - 09.06.12
Lot 76 - noch 18 Tage
1942
30.000 EUR
Gebot abgeben
Detailansicht
2 weitere Angebote
Feininger, L.
Auktion 392 - 09.06.12
Lot 74 - noch 18 Tage
Aquarell 1927
35.000 EUR
Gebot abgeben
Detailansicht
3 weitere Angebote
Singer, Franz
Internetauktion
noch 8 Tage
Gouache 1925
Startpreis: 1.380 EUR
Gebot abgeben
Detailansicht
Pfeiffer, Henri
Internetauktion
noch 1 Tage
Aquarell 1929
Startpreis: 690 EUR
Gebot abgeben
Detailansicht











