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Mario Giacomelli

Biografien
Mario Giacomelli

*  1925 Senigállia, Italien
† 2000 Senigállia, Italien


Mario Giacomelli war einer der bedeutendsten Fotografen des italienischen Neorealismus.
Der 1925 im italienischen Senigallia geborene Mario Giacomelli war als Typograf tätig und näherte sich ab den beginnenden 1950er Jahren als Autodidakt der Fotografie. Sein überaus charakteristisches Werk verrät seine Nähe zu den Traditionen des Neorealismo und, im späteren Oeuvre, der Pittura Metafisica. Mario Giacomelli war Mitglied von "La Bussola" und zählte zu den Mitbegründern von "Misa", einer Fotografenvereinigung.

Einendes Charakteristikum der meisten Aufnahmen von Mario Giacomelli ist die Verwendung der Schwarz-Weiß-Fotografie mit Betonung deutlicher Hell-Dunkel-Kontraste. Thematisch stehen bildjournalistische Serien neben experimentell unter- oder überbelichteten Fotografien, lyrischen Detailaufnahmen, Landschaften, Porträts und Stillleben. Berühmt wurden bereits in den 1950er Jahren die düster-traurige Bildfolge aus einem Hospiz in seiner Geburtsstadt sowie die Serien "Scanno", "Puglia" und "Zingari", die würdevolle Zeugnisse der verarmten Landbevölkerung Italiens geben. Drastischer erscheint seine Serie mit Schlachthausbildern, "Mattatoio", wohingegen "Io non ho mani che mi accarezzino il volto" (1961-1963), die berühmteste unter den Fotofolgen Mario Giacomellis, eine positive, zuversichtliche Stimmung verströmt: Jung, fröhlich und optimistisch erscheinen die Priesterseminaristen im Schnee, ein Motiv, das auch besonders scharfe Schwarz-Weiß-Kontraste erlaubte. Das Spätwerk Mario Giacomellis ab den 1970er Jahren trägt verstärkt groteske, komische und tragikomische Züge, beispielhaft in seiner letzten Serie "Questo ricordo lo vorrei raccontare" (1999/2000). Mario Giacomelli verstarb 75jährig im Jahr 2000.

Werke von Mario Giacomelli, der 1995 den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie erhalten hatte, sind Teil bedeutender internationaler Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York und wurden mit zahlreichen Einzelausstellungen geehrt. Zuletzt zeigte 2005 das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen die umfassende Schau "Mario Giacomelli - Il mio canto libero".