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Matteo Thun

Biografien
Matteo Thun

*  1952 Bozen

Matteo Thun wird 1952 in Südtirol geboren. 1975 beendet er sein Studium der Architektur an der Universität in Florenz. Von 1973 bis 1976 nimmt Thun an den Sommerkursen der "Schule des Sehens", der von Oskar Kokoschka 1953 gegründeten Akademie in Salzburg, teil. 1978 lernt Matteo Thun den Designer Ettore Sottsass kennen. Er geht nach Mailand und arbeitet in dessen Büro, zuerst als Mitarbeiter, ab 1980 ist Matteo Thun Partner bei Sottsass Associati. 1981 gehört Matteo Thun mit Ettore Sottsass, Barbara Radice, Michele de Lucchi, Aldo Cibic und Martine Bedin zu den Gründern der Gruppe Memphis, später arbeiten auch Designer wie Michael Graves, Hans Hollein und Shiro Kuramata für Memphis. Die Designer stellen sich gegen die Grundsätze des Funktionalismus und des Guten Designs. Die ausdrucksstarken, farbenfrohen und verspielten Designs führen die Tendenzen des Radikalen Designs, Anti-Designs oder des Studio Alchimia weiter, sie sind prägend für die 1980er Jahre und hatten großen Einfluss auf die internationale Verbreitung der Postmoderne. Memphis wird 1988 wieder aufgelöst, als die Popularität nachlässt. Er gehört der Gruppe nur bis 1984 an, er entwirft für Memphis vor allem Keramiken mit bizarren Formen und wellenartigen Zickzackrändern, wie die Kannen "Corvuc Corax" (1982), "Cuculux Canorus" (1983) oder die Vasen "Danubio" und "Volga" (beide 1983). 1982 erhält Matteo Thun einen Lehrauftrag an der Kunstgewerbeschule in Wien. Für die Keramikfirma Villeroy & Boch entwirft Matteo Thun mit seinen Studenten für das Projekt "In the Spirit of the USA" Keramiken, die in limitierter Auflage hergestellt werden. 1984 verlässt Matteo Thun Sottsass Associati und gründet in Mailand ein eigenes Büro. Von 1990 bis 1993 ist Matteo Thun künstlerischer Leiter bei Swatch. Designs von Matteo Thun werden unter anderem von Firmen wie Arteluce, Arzberg, Bulgari, Kartell, Villeroy & Boch, Vorwerk, WMF und Zucchetti hergestellt. Das Büro Matteo Thun hat zahlreiche Innendekorationen entworfen, wie für das Side Hotel in Hamburg (2001), Therme Merano (2005), Altstadt Wien (2006), die Discothek P1 in München (2003), Shop-Interieurs für Missoni (1998-2002), Fila (2001) und Porsche Design (2005/06).