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Michelangelo da Caravaggio

Biografien
Michelangelo da Caravaggio

*  1573 Caravaggio/Mailand
† 1610 Porto Ercole/Grosseto


Michelangelo da Caravaggio, eigentl. Michelangelo Merisi, wird als Sohn eines Handwerkers in den Diensten des Marchese von Caravaggio geboren. 1584 beginnt er eine Ausbildung im Mailänder Atelier des bergamaskischen Malers Simone Peterzano. Nach dem Tod der Eltern und dem Verkauf seines Erbanteils begibt sich Caravaggio um 1592 nach Rom, wo er zunächst für Antiveduto Grammatica und den Manieristen Guiseppe Cesari arbeitet. In diesen frühen römischen Jahren entstehen Bilder, die Szenen des täglichen Lebens darstellen und mit denen Caravaggio Aufsehen in Rom hervorruft. Die naturnahe Sachlichkeit, der oft krasse Realismus stoßen auf Widerstand, erobern aber allmählich die Barockmalerei und führen das "Genrebild" als neues Sujet in die italienische Malerei ein. Auch mit seinem 1597/98 gemalten "Fruchtkorb" markiert er den Beginn einer neuen Erfolgsgeschichte eines Genres. Durch die realistische Wiedergabe des Sujets und die Monumentalisierung des trivialen Gegenstandes verleiht er der Gattung des Stilllebens neuartige Züge. Gefördert von seinem Mäzen Kardinal Francesco Maria del Monte erhält Caravaggio 1599 mit zwei Gemälden für die Seitenwände und den Altar der Contarelli-Kapelle seinen ersten öffentlichen Auftrag. Mit diesen Bildern schafft Caravaggio eine neue Konzeption des monumentalen Altarbildes und führt mit seinem Stil einen Wandel der kirchlichen Malerei herbei. Trotz anfänglicher Ablehnung folgen u.a. mit den Bildern der "Kreuzigung Petri" und der "Bekehrung Pauli" für die Cerasi-Kapelle in S. Maria del Popolo (1600/01) weitere wichtige Aufträge. Aufgrund eines Verleumdungsprozesses, den der Maler Giovanni Baglione gegen Caravaggio und die beiden Künstlerfreunde Gentileschi und Longhi begonnen hat, gerät der von seinen Zeitgenossen als extravagant, leidenschaftlich und streitsüchtig beschriebene Künstler 1603 ins Gefängnis. Drei Jahre später verlässt er eines Mordes wegen Rom und verbringt seine letzten Lebensjahre auf der Flucht. Aufenthalte in Neapel, Malta, Siracus und Messina sind durch die Spuren seiner Werke belegt. Bei seiner plastischen Modellierung der aus dem Leben gegriffenen Gestalten mit einem zuweilen drastischen Realismus bedient sich Caravaggio einer dramatischen Helldunkelmalerei mit scharfem Seitenlicht. Von Anfang an zeigt sich bei ihm ein dem Akademismus des Annibale Carracci radikal entgegengesetztes neues Verhalten zur Wirklichkeit in der Wiedergabe realer Figuren aus dem Volk. Als Gegenspieler zu Carracci hat Caravaggio als Protagonist der naturalistischen Richtung eine der beiden maßgeblichen Tenzenden der römischen Barockmalerei bestimmt. Mit seinen Altarbildern, Genreszenen und Porträts hat er allen bedeutenden Malern des 17. Jahrhunderts wesentliche Angegungen vermittelt und in den europaweit verbreiteten Gruppenbildungen der "Caravaggisten" zahlreiche Nachfolger und Nachahmer gefunden.