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Otto Herbert Hajek

Biografien
Otto Herbert Hajek

*  1927 Kaltenbach/Tschechoslowakei
† 2005 Stuttgart


Otto Herbert Hajek beendet 1954 sein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Seine frühesten Arbeiten bewegen sich im figurativen und abstrahiert-gegenständlichen Bereich und setzen sich mit der Tradition des Expressionismus auseinander. Mitte der Fünfziger Jahre findet er angeregt durch die Werke Constantin Brancusis und Henry Moores zu eigenständigen Formen, die den Block aufgeben und ihr Volumen öffnen. Um 1960 löst er sich zunehmend von den Konzepten des Informel. 1964 zeigt er auf der documenta in Kassel zum ersten Mal eine Arbeit aus seiner neuen Werkgruppe der "Farbwege", die von nun an sein gesamtes Schaffen durchzieht. Beauftragt vom Architekten Walter Schrempf entwirft Hajek zwischen 1965 und 1970 die plastische Ausstattung zu Neubauten der Universität in Saarbrücken. Die Arbeit führt ihn zur großen geometrischen Form. In den kommenden Jahrzehnten werden die Aufträge im Architekturkontext zum Schwerpunkt seines Schaffen. Von 1972 bis 1979 ist er darüber hinaus Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Das umfangreichste städtebauliche Gesamtkonzept realisiert Hajek 1973 bis 1977 im australischen Adelaide, wo er eine zwei Hektar große Fläche neu gestaltet. Seit 1975 unternimmt er weltweite Vortragsreisen zum Thema Kunst im öffentlichen Raum. Sein enormes Engagement für eine internationale Kulturpolitik ist mit zahlreichen Ehrungen verbunden. So wird ihm u.a. 1982 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 1980 wird er zum Leiter der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe berufen. In den späten Achtziger Jahren nimmt die Vielgliedrigkeit seiner Objekte deutlich ab und es entstehen schlanke, vertikale oder leicht geneigte Stelen. In den Neunziger Jahren steigt die Formenvielfalt wieder und die jüngste Werkgruppe, die "Wegezeichen", entstehen. 1995 findet seine Skulptur Zeichen - Wandlungen Eingang in die Vatikanischen Museen. Hajek verstirbt am 29. April 2005 in Stuttgart.