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Otto Steinert

Biografien
Otto Steinert



Als Gründungsvater und Schlüsselfigur der Subjektiven Fotografie hat Otto Steinert Weltruhm erlangt.
Zunächst hatte der 1915 in Saarbrücken geborene Otto Steinert sich für die Laufbahn eines Arztes entschieden und von 1934 bis 1939 Medizin studiert; während des Zweiten Weltkrieges war er als Militärarzt eingesetzt. Nach dem Krieg, Otto Steinert war mittlerweile als Fotoassistent in Saarbrücken tätig, wurde 1947 endgültig die Fotografie zu seiner Profession. Schon ein Jahr darauf war er zum Leiter der Fotoklasse an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken aufgestiegen; 1949 rechnete Otto Steinert zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe "fotoform". Er initialisierte bald auch wegweisende Ausstellungsreihen: "Subjektive Fotografie" (1951-1960) und "Otto Steinert und seine Schüler" (1954-1978). Auch an der Essener Folkwangschule, an der Otto Steinert seit 1959 lehrte, konnte er bedeutende Schauen organisieren.

Otto Steinerts "Subjektive Fotografie" ist kein Stilbegriff, sondern umfasst zahlreiche, individuell aufgefasste fotografische Ausdrucksformen von der Bildreportage bis zum abstrakten Fotogramm. Einendes Ziel ist es, die Fotografie von der Zweckgebundenheit des "Abbildens" zu befreien und zu einem künstlerischen Schöpfungsakt zu erheben. Anknüpfend an die Vorkriegsavantgarden experimentierte Otto Steinert zur Erreichung dieses Ziels mit verschiedenen Techniken wie Langzeitbelichtung, Negativmontage, Solarisation, Fotogramm und Luminogramm. Seine Arbeiten zeichnen sich durch meist kontrastreiches Hell-Dunkel und das Spiel mit Unschärfen aus, häufig finden sich kraftvolle schwarze Flächen und zentral ins Bild gesetzte Motive. Ab dem Ende der 1950er Jahre entwickelte sich Otto Steinerts künstlerische Handschrift hin zu größerer Objekthaftigkeit.
Der richtungsweisende Fotograf verstarb 1978 in Essen.

Otto Steinerts Oeuvre wurde bereits mit zahlreichen Publikationen und internationalen Einzelausstellungen geehrt. Das Begleitbuch zur Schau "Otto Steinert. Pariser Formen" (2008 im Museum Folkwang, Essen) wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der "52 schönsten Bücher Deutschlands" ausgezeichnet.