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Oyvind Fahlström

Biografien
Oyvind Fahlström

*  1928 São Paolo
† 1976 Stockholm


Der Maler, Grafiker, Installations- und Multiple-Künstler Öyvind Fahlström gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der Nachkriegskunst, der mit einer Synthese von Surrealismus, Konkreter Poesie, Pop Art und Concept Art Weltruhm erlangte.
Geboren wurde Öyvind Axel Christian Fahlström 1928 im brasilianischen São Paulo als Sohn eines Norwegers und einer Schwedin. Von einem Besuch in Stockholm bei Verwandten konnte Öyvind Fahlström 1939 wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges nicht mehr zurückkehren, so dass er seine Jugend in der schwedischen Hauptstadt verlebte und sich dort 1949 an der Universität für die Fächer Humanistische Studien, Archäologie und Kunstgeschichte einschrieb. Rasch knüpfte Öyvind Fahlström, den Reisen auch nach Paris und Italien führten, in jenen Jahren Kontakte zu den europäischen Nachkriegsavantgarden und schuf als "erster schwedischer Surrealist" wegweisende Konkrete und Visuelle Poesie. Zur gleichen Zeit entstand auch das erste Hauptwerk Öyvind Fahlströms, "Opera" (1952 / 1953): eine 27 cm breite und fast 12 Meter lange Filzstiftzeichnung, die sowohl auf die präkolumbianische Kultur (Öyvind Fahlström hatte während seines Studiums die Handschriften dieser Ära erforscht) als auch auf Comics anspielt und die 1953 während Öyvind Fahlströms erster Einzelausstellung in Florenz zu sehen war.
In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre etablierte Öyvind Fahlström seine charakteristische, kraftvolle Zeichensprache, deren Elemente er "formes-signes" beziehungsweise "character-forms" taufte und in mannigfache Beziehungen zueinander setzte. Die überaus komplexen, klein- und vielteiligen Arbeiten Öyvind Fahlströms, regelrechte "Wimmelbilder", wurden von der Kultur des Underground-Comics (Robert Crumb) angeregt und fordern vom Betrachter ein intensives, Erzählstrukturen entschlüsselndes Beschauen ein.
Ab 1962 ging Öyvind Fahlström, der mittlerweile auch in New York lebte, noch einen Schritt weiter und integrierte bewegliche Motive in seine Werke, die durch Magnete oder Scharniere versetzt werden konnten. Hierin sah Öyvind Fahlström das Ideal einer "demokratisierten" Kunst verwirklicht, was ihn, ebenso wie seine Motivwelten, als individuellen und wegweisenden Pop Artist kennzeichnet. Öyvind Fahlström verstarb 1976 in Stockholm.
Der mehrfache documenta- und Biennale-Teilnehmer Öyvind Fahlström, dessen innovatives Oeuvre, wie oft betont wurde, von größter Aktualität für die zeitgenössische Kunst ist, wurde in der Vergangenheit mit zahlreichen internationalen Einzelausstellungen geehrt. Werke seiner Hand befinden sich weltweit in renommierten Häusern wie der BAWAG Foundation in Wien, dem Centre Pompidou in Paris, dem Irish Museum of Modern Art in Dublin, dem Museu Berardo in Lissabon oder dem National Museum of Western Art in Tokio.