Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Paolo Veronese

Biografien
Paolo Veronese

*  1528 Verona
† 1588 Venedig


1541 wird Paolo Veronese Schüler des Antonio Badile in Verona und kommt in seiner vorvenezianischen Schaffensphase mit der dortigen lokalen, der lombardischen und emilianischen Malerei der Spätrenaissance in Kontakt. Seit 1553 ist Veronese in Venedig ansässig und den künstlerischen Wirkungen Tizians und Tintorettos ausgesetzt. Veronese arbeitet zunächst gemeinsam mit Zelotti im "Palazzo Ducale", dann folgt ab 1555 die erste reife Arbeit, die Ausstattung von S. Sebastino mit dem Zyklus "Geschichte der Esther". Hier verwirklicht er die für seinen Stil charakteristische Untersicht, helle vibrierende Farben und kraftvolle Körper. Höhepunkt seiner Freskenmalerei mit leicht hingeworfenen Szenen und perspektivisch kühnen Lösungen sind die Fresken in der Villa Barbaro in Máser (um 1561/62), wo er die festlichen Seiten des Lebens zu einer humanistischen Vision wandelt. Es folgen als Hauptwerke seiner Reifezeit die großen Tafelszenen nach religiösem Vorbild, welche er als weltliches Treiben darstellt und darin die diesseitige Konzeption der Renaissance bewahrt. Die "Hochzeit zu Kana" von 1563 mit Porträts berühmter Zeitgenossen und das "Gastmahl im Hause des Levi" (1573) gehören zu den berühmtesten dieser Art. Daneben entstehen gleichartig festlich-harmonische Mythologien, wie z.B. "Mars und Venus" und "Venus und Adonis". Ihr Höhepunkt ist Veroneses Ausstattung der "Sala dei Dieci" im Dogenpalast in den Jahren 1580-85, wo sich die allegorische Verherrlichung Venedigs in protobarocken schweren Formen versinnbildlicht. In seiner Kunst ist Veronese, obwohl Zeitgenosse Tintorettos, vom Manierismus kaum berührt, außer in seinen illusionistischen Täuschungen seiner architektonischen Perspektiven. Veroneses Aufbau des Bildes von der Farbe her zeigen ihn neben der ganz anderen malerischen Auffassung Tintorettos als Bewahrer wichtiger Züge venezianischer Hochrenaissance. Venezianisches Kolorit hat er um neue Töne und Farbklänge bereichert, Skizzenhaftes in die Bildwirkung einbezogen. Als Hauptvertreter der die Renaissancekunst weiterführenden Richtung führen viele seiner Werke direkt zum Barock hin und werden u.a. beispielgebend für Tiepolos Freskenmalerei.