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Pellegrino Tibaldi



1527 Puria im Valsolda
1596 Mailand

Pellegrino Tibaldi wird wohl 1527 in Puria im Valsolda (Lombardei) geboren. Über seine Ausbildung weiß man wenig, doch zeichnet die frühesten ihm zuzuordnenden Arbeiten eine Nähe zur Bologneser Malerei aus. In Bologna arbeitet er auch 1549 im Palazzo Paselli. Tibaldis "Anbetung der Hirten" in der Galleria Borghese in Rom aus dem selben Jahr dagegen wirkt schon bewegter und monumentaler. Rom wirkt sich vor allem durch den Kreis um Michelangelo auf Tibaldis Kunst aus. Er erhält verschiedene Aufträge für profane und sakrale Wanddekorationen bevor er 1552 zurück nach Bologna reist, um für Kardinal Poggi in dessen Palast zwei Räume mit Szenen aus der Odysseus-Sage auszuschmücken. Für die Familienkapelle der Poggi in San Giacomo Maggiore entwirft Pellegrino Tibaldi die Architektur und eine komplette Bildausstattung. Er verlässt Bologna 1558 jedoch noch vor der Fertigstellung der Kapelle in Richtung Loreto, wo er den Auftrag für die Gestaltung einer der Chorkapellen erhält. Nach einem längeren Aufenthalt in Ancona, bei dem TiIbaldi als Festungsbaumeister und Maler für verschiedene Auftraggeber tätig ist, macht er 1563 in Ferrara Station, wo er Vasari trifft. 1564 geht Tibaldi nach Mailand. Dort arbeitet er vorwiegend als Architekt für Carlo Borromeo, aber auch immer wieder als Maler. 1567 wird er zum Dombaumeister ernannt. Er beweist auf der Großbaustelle seine umfassende Kompetenz und hinterlässt viele Spuren seines Schaffens. 1585 erhält der Künstler den Ruf von Philipp II. nach Spanien, wohin er 1587 aufbricht. Als Bauleiter dirigiert er am Escorial die Ausführung umfangreicher Dekorationsprogramme im unteren Kreuzgang und in der Bibliothek. Er selbst arbeitet dabei sowohl malerisch als auch bildhauerisch. Die Meisterung dieser vielgestaltigen und verantwortungsvollen Aufgabe entlohnt ihm der König reichlich und erhebt Tibaldi zudem zum Marchese di Valsolda. So geehrt kehrt Pellegrino Tibaldi 1596 nach Mailand zurück, wo er am 27. Mai des Jahres verstirbt. Als einer der bedeutendsten Künstler der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wird der Maler Tibaldi als Erbe Michelangelos, aber auch als Fortführer der Kunst Parmigianinos und Niccolò dell'Abbates gesehen. Sein architektonisches Werk, nicht weniger umfangreich, wird als streng-monumental und von klassischer Harmonie geschätzt.

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