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Peter von Cornelius

Biografien
Peter von Cornelius

*  1783 Düsseldorf
† 1867 Berlin


Der den Nazarenern nahestehende Spätromantiker Peter von Cornelius hat als wegweisender Erneuerer der Freskomalerei die Kunstgeschichte maßgeblich geprägt.
Zur Welt gekommen 1783 in Düsseldorf, hatte Peter von Cornelius als Sohn eines Malers schon früh Kontakte zur Kunst, studierte jedoch zunächst nur mit mäßigem Erfolg von 1798 bis etwa 1805 an der Akademie in seiner Geburtsstadt. Auf seine akademisch-klassizistische Frühphase bis etwa 1810 folgte, nun in Frankfurt am Main, eine Verwandlung: Angeregt von Sulpiz Boisserée und Friedrich Schlegel suchte Peter von Cornelius nach einer neuartigen, an den Altmeistern Raffael und Albrecht Dürer orientierten Ausdrucksform, die in seinen mit der Feder gezeichneten Faust-Illustrationen (1811 und 1814 / 1815, heute Städelmuseum, Frankfurt am Main) zu erster Blüte gelangte.
Eine Romreise Ende 1811 brachte Peter von Cornelius in Kontakt mit den Nazarenern Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Johann Konrad Hottinger, Joseph Sutter, Ludwig Vogel und Joseph Wintergerst, mit denen ihn eine verwandte Idee von der Erneuerung der nationalen Kunst verband. In diesem Sinne machte sich Peter von Cornelius, der 1814 Carolina Grossi geheiratet hatte, um die Wiederbelebung der vergessenen Technik der Freskomalerei verdient, mit der er die Kunst wieder mit dem Leben verbinden wollte.
1819 kehrte Peter von Cornelius nach Deutschland zurück, wo ihn der damalige bayerische Kronprinz Ludwig mit der leider nur fragmentarisch erhaltenen Freskierung der neuen Glyptothek in München beauftragt hatte; zugleich bestellte man ihn zum Leiter der Düsseldorfer Akademie (1821-1825). 1825 wurde Peter von Cornelius ganz in München sesshaft, er wirkte als Direktor der Münchner Akademie und wurde von Ludwig I. in den Adelsstand erhoben. Es folgte der Auftrag der Loggienausmalung in der Alten Pinakothek, wobei sich Peter von Cornelius - wie schon zuvor - auf die Kartons konzentrierte und die Übertragung auf die Wand großteils anderen überließ. Erhalten geblieben sind die herrlichen Fresken in der Münchner Ludwigskirche, die 1836 bis 1840 unter Peter von Cornelius' Anleitung ausgeführt wurden - das Fresko des "Jüngsten Gerichts" stammt sogar von der Hand des Meisters selbst.
1841 folgte Peter von Cornelius, der nun mit seinem Auftraggeber Ludwig I. gebrochen hatte, einem Ruf nach Berlin, wo er 1843 den Auftrag zu einem Freskenzyklus in der Grabstätte der Hohenzollern erhielt. 1845 waren die grandiosen Vorlagen fertiggestellt, die Umsetzung wurde jedoch von den Revolutionswirren 1848 gestoppt.
Peter von Cornelius übersiedelte 1853 wieder nach Rom und blieb dort bis 1861. 1867 verstarb der mit unzähligen Ehrungen bedachte Peter von Cornelius in Berlin.
Das Oeuvre von Peter von Cornelius, der auch Ölgemälde geschaffen hat, entfaltet im Fresko und vor allem im Entwurf, dem zum Kunstwerk erhobenen Karton, seine volle Wirkung. Im umrissbetonten Stil blieb er nahe am Klassizismus, den er im Sinne der nazarenischen Spätromantik verwandelte. Werke von Peter von Cornelius sind in bedeutenden öffentlichen Sammlungen wie den Berliner Staatlichen Museen und dem Kölner Wallraf-Richartz-Museum zu bewundern.