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Philipp Melanchthon

Biografien
Philipp Melanchthon

*  1497 Bretten
† 1560 Wittenberg


Der frühneuzeitliche Gelehrte Philipp Melanchthon (eigentlich Philipp Schwartzerdt) wird 1497 in Bretten geboren. Der Knabe erhält eine gründliche Schulausbildung. Bereits mit zwölf, ab 1509, beginnt Melanchthon sein Studium an der Universität Heidelberg. 1511 schließt er dieses als baccalaureus artium ab. 1512 wechselt Melanchthon an die Universität in Tübingen, dort studiert er Astronomie, Musik, Arithmetik sowie Geometrie, zugleich beschäftigt er sich mit Griechisch, Hebräisch, Latein, beschäftigt sich mit neuen pädagogischen Konzepten und studiert die Schriften von Rudolf Agricola zu Logik und Dialektik. 1514 erhält Melanchthon den Magistertitel. Bereits während seines Studiums veröffentlicht Melanchthon erste eigene Schriften, 1518 erscheint seine griechische Grammatik.
Mit dem evangelischen Reformator Martin Luther ist Melanchthon in besonderem Maße verbunden. Die Veröffentlichung der Thesen Luthers (1517) bewirkt einen entscheidenden Eindruck bei Melanchthon. 1518 geht er nach Wittenberg und übernimmt dort an der Universität den neu eingerichteten Lehrstuhl für Griechisch. Durch den Einfluss Luthers erhält Melanchthon 1519 den akademischen Grad eines baccalaureus biblicus und erhält so die Befähigung, auch an der theologischen Fakultät Vorlesungen zu halten. Melanchthon fühlt sich jedoch nicht zum Theologen berufen und bevorzugt die Philosophie.
In den Jahren 1529 bis 1532 verfasst Melanchthon mehrere Schriften zu Aristoteles und Cicero. Ab 1538 erscheint sein Werk zur Ethik, das er 1550 noch einmal überarbeitet. 1540 wird der erste Teil von "De anima", 1553 die endgültige Fassung publiziert. 1549 schreibt Melanchthon ein Werk zur Physik, in dem er sich mit dem kopernikanischen Weltbild auseinandersetzt. Ab 1555 hält Melanchthon Vorlesungen zur Weltgeschichte, das Schriftwerk dazu veröffentlicht er unter dem Pseudonym Johann Carion. An der Universität bekleidet Melanchthon zeitweise das Amt des Rektors und er ist Dekan der philosophischen Fakultät. Am 19. April 1560 stirbt Philipp Melanchthon in Wittenberg.